Oldtimer „Ein unerwarteter Zeitsprung“

Der 1964er Sunbeam von Hermann-Josef Simonis.

Der 1964er Sunbeam von Hermann-Josef Simonis.

DAS INVESTMENT: Woher kommt Ihre Begeisterung für Oldtimer?

Hermann-Josef Simonis: Das hat sich unauffällig eingeschlichen. Es fing an mit Autoquartetts, irgendwann dem ersten Käfer Cabrio – einem katastrophalen Fehlkauf. Dann hat sich der Oldtimer-Virus über die Jahrzehnte ausgebreitet.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Autos aus?

Mir sind die Seltenheit eines Fahrzeugs und seine Geschichte wichtig. Wenn es auch noch bezahlbar ist, finde ich die Kombination unwiderstehlich.

Haben Sie einen Lieblingswagen?

Ja, ein australischer Holden FJ von 1954 liegt mir besonders am Herzen. Er ist unser Hochzeitsauto, ich habe ihn am längsten im Besitz, und er ist der einzige FJ in Deutschland. Was bei Australiern, die den Wagen hier sehen, oft zu großer Begeisterung führt.

Wie heißt Ihr Oldtimer?

Mein Holden FJ heißt „Peppermint Car“, den Namen hat ihm eine Gruppe Kindergartenkinder gegeben. Für den Sunbeam habe ich noch keinen Namen.

Nehmen Sie an Oldtimer-Treffen und -Rallyes teil?

Zeitbedingt machen wir das nur selten. Die Classic Days Anfang August auf Schloss Dyck sind für mich allerdings ein Muss. Was ich nicht mag, sind Veranstaltungen, bei denen Fragen zum Durchmesser des Lenkrads und der Länge irgendwelcher Schrauben beantwortet werden müssen, um am Ende einen Pokal zu ergattern. Da fahre ich lieber mit meiner Familie, gerne auch gemeinsam mit Oldtimer-Freunden, gemütlich durch die Eifel oder das Moseltal.

Warum lösen Oldtimer Ihrer Meinung nach so große Empfindungen in Menschen aus?

Viele Menschen verbinden Erinnerungen mit Autos – aus ihrer Jugend, aus Filmen, aus Magazinen. Auch haben die alten Fahrzeuge oft eine schöne und markante Karosserie mit vielen liebevollen Details, und es macht einfach Freude, diese zu entdecken. Oft ist es ein unerwarteter Zeitsprung, wenn zwischen all den modernen, uniformen Fahrzeugen so ein Oldie auftaucht und das Herz erfreut.