Neu-Fondsmanager Randeep Somel präsentiert sich der Öffentlichkeit (Quelle: Screenshot)

Neu-Fondsmanager Randeep Somel präsentiert sich der Öffentlichkeit (Quelle: Screenshot)

Online: Graham Frenchs Nachfolger auf dem heißen Stuhl

„Randeep, du sitzt nun auf dem heißen Stuhl“, klare Worte, die M&G-Vertriebschef für Privatkunden, Jonathan Willcocks, dem frischgebackenen Fondsmanager Randeep Somel auf den Weg gibt. Auf den Weg in die Online-Konferenz, mit der M&G die brennenden Fragen zur Zukunft des M&G Global Basics (WKN: 797735) beantworten soll.

Und die erste, gleich nach Somels Präsentation, drehte sich denn auch prompt um den plötzlichen Abgang von Graham French. Der hatte den Fonds großgemacht, ihm ein Gesicht gegeben. Das Prinzip ist von ihm: Der Fonds soll vom sich verändernden Konsumverhalten der Menschen in den Schwellenländern profitieren. Die Bedürfniskurve reicht von Essen, Trinken, Rauchen bis zu höherwertigen Dingen wie Autos, Handtaschen, Hightech.

Noch im 10. Oktober hatte French betont, er brenne darauf, den Fonds in die Zukunft zu führen. Und nun geht er. Warum? Um es kurz zu machen: Laut Somel haben sich die Schwellenländer deutlich schneller entwickelt, als es French vor Jahren erwartet hatte. Es geht dort nicht mehr nur um die Grundbedürfnisse wie simple Konsumgüter, sondern bereits um den gehobenen Bedarf. Inzwischen kommen Werte wie Microsoft in die nähere Wahl. Damit habe sich das Spektrum der Unternehmen etwas aus Frenchs Expertise rausbewegt, so Somel. Für die neue Konsumgesellschaft in den Schwellenländern sei der ehemalige Co-Manager nun der bessere Mann.

Microsoft ist auch eine der Fallstudien in Somels Präsentation. „90 Prozent aller Unternehmen nutzen irgendeine Software von Microsoft. Das Unternehmen verfügt über die zweitgrößte Cloud-Kapazität der Welt“, sagt der Fondsmanager und folgert: „Microsoft stellt inzwischen Basisprodukte her.“ In jedem der Bric-Länder Brasilien, Russland, Indien und China verdiene es inzwischen jährlich über eine Milliarde Dollar.

Doch gerade in China gebe es Probleme mit Produktpiraten. „Verwaltungen, Unternehmen – fast alle nutzen dort illegale Kopien von Microsoft-Software“, sagt Somel. Das drücke den Umsatz in China auf lediglich 5 Prozent der gesamten Konzerneinnahmen. Die Lösung: Microsoft bietet seine Software verstärkt über Clouds an. Damit ist sie nicht mehr kopierbar, die Einnahmen fließen regelmäßig über Lizenzen. Somel: „Das ist eine riesige Verdienstmöglichkeit.“

Bei einer zweiten Aktie bedient sich Somel aber dann doch wieder bei einem Unternehmen ganz unten auf der Wertschöpfungskurve: dem Minenunternehmen BHP Billiton. Er spricht langsam, wiederholt manche Worte, damit wirklich jeder die Dimension begreift: „Alle Bergbauunternehmen der Welt zusammen genommen sind derzeit 1,3 Billionen Dollar wert. Das entspricht dreimal Apple.“ Alle Bergbauunternehmen der Welt. Zusammen. Alles klar?

Somel versucht sich auch an einer anderen Stelle als Beschwörer. Wenn er nämlich über die Anlagegrundsätze spricht. Hier verpasst er jedem Wort ein gedankliches Ausrufezeichen. „Wir halten unsere Aktien weiter vier bis fünf Jahre lang. Wir treffen uns mit den Managements und bauen Beziehungen auf, sodass wir jedes Unternehmen verstehen. Und wir achten weiterhin genau auf die Bewertungen“, sagt Somel. Er lässt keinen Zweifel: Er will Frenchs Gedanken und Stil nahtlos fortführen.

Anderthalb Stunden dauert die Internetpräsentation, inklusive der Fragen von Zuschauern. Die komplette Aufzeichnung gibt es unter diesem Link.

Die Rating-Agentur Morningstar hat einmal ausgewertet, welche Dachfonds Positionen im M&G Global Basics halten. Das Ergebnis können Sie hier als PDF herunterladen.

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