Opec

„Spekulanten teilweise für Ölpreisrutsch verantwortlich“

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Der Preisrutsch von 60 Prozent bei Öl im Zeitraum von Juni bis Januar ist nicht nur durch das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage zustande gekommen. Auch Spekulation hat dabei wohl eine Rolle gespielt. Zu dieser Einschätzung ist die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht gekommen.

Ein Anstieg der Ölproduktion außerhalb der Opec-Mitgliedsländer zu einer Zeit, da die Nachfrage schwach war, sei der Hauptgrund für den Preiseinbruch gewesen, schreibt die Opec. Der Preis für Brent-Öl, die Benchmark für mehr als die Hälfte des weltweiten Rohölangebots, fiel seit Mitte Juni 2014 bis auf ein Sechsjahrestief im Januar, als die US-Produktion auf das höchste Niveau seit vier Jahrzenten stieg und die Opec-Mitglieder ihre Förderung erhöhten.

„Es gab einen weiteren wichtigen Faktor, der zu dem Preisrutsch beigetragen hat, vor allem als sich der Abschwung verstärkte“, schreibt die Opec, „das war Spekulation.“

Am Dienstagvormittag notierte der Juni-Terminkontrakt für Brent-Öl an der ICE Futures Europa bei 66,28 Dollar je Barrel. Im Januar hatte der Preis ein Tief bei 45,19 Dollar erreicht. Die Prämie auf die Ölpreise, die Spekulanten zuzuschreiben ist, liegt nach Angaben der Opec bei 10 Dollar bis 30 Dollar.

Das Interesse der Opec unterscheide sich von dem der Händler im Markt, da Hedgefonds und Spekulanten fluktuierende Preise benötigten, um Gewinne zu erzielen, hieß es in dem Bericht weiter. „Die Stabilität, die die Opec und andere Energieunternehmen benötigten, hilft ihnen nicht und beeinträchtigt ihren Spielraum für Gewinne“, schrieb die Opec.

Die zwölf Mitglieder starke Opec hatte ihr Produktionsziel auf der Sitzung im November unverändert belassen. Das stärkte Spekulationen, sie ziele darauf ab, den Preis so weit sinken zu lassen, dass die Schieferölproduktion in den USA verringert wird.

Im April war die Opec-Produktion wenig verändert und lag nahe der höchsten Fördermenge seit November 2012. Saudi-Arabien hatte laut einer Bloomberg-Umfrage unter Ölgesellschaften, Produzenten und Analysten 10 Millionen Barrel Öl täglich gefördert. Die Produktion der Opec war um 1000 Barrel auf 31,295 Millionen Barrel täglich zurückgegangen.

Am 5. Juni kommen die Ölminister der Opec-Staaten in Wien zu ihrer nächsten Tagung zusammen und werden über den Markt und die Förderziele diskutieren.

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