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Osteuropa: Soziale Herausforderungen für Emerging Markets

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Am härtesten hat es Russland getroffen

Die Weltbank sagt für 2009 einen Rückgang des russischen Bruttoinlandsprodukts um 4,5 Prozent voraus. Auch 2010 werde die Wirtschaft Russlands voraussichtlich stagnieren.

Beim Amtsantritt vor einem Jahr hat der russische Präsident Medwedew als wichtigste innenpolitische Ziele die Bekämpfung der Korruption, die Förderung des Rechtsstaates und die Stärkung der Mittelklasse im Lande vorgegeben.

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Allerdings hat sich die globale Wirtschaftskrise bereits spürbar auf die soziale Situation des osteuropäischen Emerging Market ausgewirkt. Durch den überraschend starken Wirtschaftsabschwung sind aktuell vier Millionen Russen von Armut bedroht. Um soziale Unruhen zu verhindern, müsste die russische Regierung daher die Ausgaben für Arbeitslosenhilfe, für Renten und das Kindergeld drastisch anheben.

Etwas gefestigter präsentiert sich derweil das Schwellenland Polen

Insbesondere die deutsch-polnischen Beziehungen haben seit 1989 starke Substanz entwickelt. Während Deutschland seit vielen Jahren der mit Abstand wichtigste Handelspartner Polens ist, gewinnt der Emerging Market seit dem EU-Beitritt im Jahr 2004 als Partner für die deutsche Wirtschaft stetig an Bedeutung.

Selbst im Jahr 2008, das zunehmend von der globalen Wirtschaftskrise bestimmt war, stieg der bilaterale Handelsverkehr noch um zehn Prozent auf 66,3 Milliarde Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt). Der Beitritt Polens zum Schengen-Abkommen im Dezember 2007 mit dem Wegfall der Grenzkontrollen hat die Zusammenarbeit mit dem osteuropäischen Emerging Market weiter erleichtert.

Ein anderes Bild bietet die Türkei

Dieser Emerging Market verbindet Elemente einer modernen, westlich-demokratischen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft mit einem lebendigen und in der türkischen Gesellschaft tief verwurzelten Islam.

Starke politische, wirtschaftliche und soziale Gegensätze stellen das politische System des Schwellenlandes immer wieder auf eine harte Belastungsprobe. Die Regierung des Emerging Markets hat die Beitrittsverhandlungen mit der EU als vorrangiges Ziel formuliert und wird darin von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt.

Auch die EU-Verantwortlichen möchten die schleppenden Beitrittsverhandlungen wieder in Gang bringen und schlugen jüngst die Öffnung zweier Verhandlungskapitel zur Steuer- und Sozialpolitik vor. Voraussetzung sei allerdings, dass die Regierung des Schwellenlandes den Gewerkschaften mehr Rechte einräumt und die Reformen vorantreibt.

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