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Automesse in Peking Foto: imago images / Imaginechina-Tuchong

Trend zu mehr Nachhaltigkeit

Pandemie lässt China ergrünen

Paras Anand, CIO Asset Management Asia Pacific bei Fidelity International

Die Corona-Pandemie hat Volkswirtschaften weltweit ins Trudeln gebracht. Mit umfangreichen Programmen und Investitionen wollen viele Staaten ihre Konjunktur wieder stabilisieren. Diese bieten gleichzeitig die Chance für eine nachhaltigere Ausrichtung der Wirtschaft, die sie vor allem besser gegen drohende Klimarisiken wappnet. „Auch China könnte grüner aus der Krise hervorgehen, wenn sich erste aufkeimende Trends fortsetzen“, meint Paras Anand, CIO Asset Management Asia Pacific bei Fidelity. Dabei helfen nicht nur Regierungsmaßnahmen, sondern auch der Einsatz nicht-staatlicher Organisationen, von Unternehmen und Investoren.

Lange vor der Pandemie war Umweltverschmutzung ein Thema in China – und zwar in doppelter Hinsicht: „China war über viele Jahre hinweg der größte Emittent von Treibhausgasen und gleichzeitig der größte Produzent von erneuerbaren Energien“, erklärt Anand, der jetzt Anzeichen sieht, dass China die Chance ergreift und die aktuelle wirtschaftliche Erholung deutlich umweltfreundlicher gestaltet als die Erholung von der Finanzkrise vor gut einem Jahrzehnt. 

Eine grüne Seidenstraße und keine Kohle in Green Bonds

Besonders stark getroffen wurde Chinas Wirtschaft im ersten Quartal 2020, als sie um 6,8 Prozent schrumpfte. Mit Investments in Infrastruktur und andere Projekte versuchte die Regierung, die Konjunktur wieder ins Laufen zu bringen. „Unternehmen, Konsumenten, Wissenschaftler, NGOs, aber auch die Finanzmärkten übten dabei wachsenden Druck aus, nachhaltige Aspekte zu berücksichtigen“, sagt Anand. So empfehlen Regierungsberater einen höheren Anteil an grünen Projekten wie nachhaltige Gebäude und erneuerbare Technologien. Ebenso gibt es Forderungen, die neue Seidenstraße „grüner“ zu gestalten mit hohen Umweltstandards für Projekte.

Auch bereits umgesetzte politische Maßnahmen stimmen Anand optimistisch, dass China mehr globale Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel übernimmt. Als Beispiel nennt er die Entscheidung der chinesischen Zentralbank, Projekte, die fossile Energieträger effizienter machen (Stichwort Clean Coal), von ihrer Auswahlliste für Investments im Rahmen von Green Bonds zu streichen. Das Interesse an chinesischen grünen Anleihen ist seit 2015 stark gestiegen und auch nach dem coronabedingten Einbruch im März dieses Jahres hat sich die Nachfrage schon wieder deutlich erholt. Eine weitere positive Entwicklung sieht Anand in den Subventionen für Autohändler, die den Verkauf von Elektrofahrzeugen in einigen Städten vorantreiben sollen.

Offenlegungspflichten verschoben

Weniger positiv hingegen verläuft die Entwicklung zu mehr Transparenz. „Viele hatten erwartet, dass für börsennotierte Unternehmen und Bond-Emittenten die Offenlegung von ESG-Daten in diesem Jahr verpflichtend wird. Internationale Investoren könnten so besser einschätzen, wie grün chinesische Unternehmen tatsächlich sind. Diese Pflicht dürfte sich aufgrund der Pandemie verschieben“, sagt Anand, der dennoch künftig auf mehr Transparenz hofft: „Das Umweltministerium hat heute deutlich mehr Macht als früher.“

Nicht nur bei der Regierung, auch bei chinesischen Unternehmen wächst nach Ansicht Anands das ESG-Bewusstsein. So hat der Versicherungs-Gigant Ping An die Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren der Vereinten Nationen (UN PRI) unterzeichnet und baut gerade ESG-Teams und ein hauseigenes Rating-System auf. Große Tech-Unternehmen wie Alibaba und Baidu entwickeln mit Hilfe künstlicher Intelligenz Diagnose- und Analyse-Instrumente für Covid-19 und stellen diese Technologie Forschern zur Verfügung.

„Auch viele andere Unternehmen haben in der Pandemie gesellschaftliche Verantwortung gezeigt“, sagt Anand. So habe beispielsweise eine appgesteuerte Taxi-Plattform für ihre Fahrer Desinfektionsstationen eingerichtet und zwei Masken pro Tag kostenlos zur Verfügung gestellt. „Auch wenn die Konturen der Welt nach Covid-19 noch nicht klar erkennbar sind, so säen doch eine Reihe von Faktoren – von staatlichen Maßnahmen über Forderungen globaler Investoren und einer neuen sozialen Verantwortung der Unternehmen – Hoffnung auf ein grünes Erblühen von China, das über die Grenzen hinaus wirkt“, fasst Anand zusammen.

 

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