Nachhaltige Geldanlagen haben sich auf dem deutschen Markt etabliert: 15 Prozent der Deutschen investieren bereits nachhaltig, weitere 14 Prozent planen den Einstieg innerhalb des kommenden Jahres. Das zeigt eine aktuelle Yougov-Studie im Auftrag von Pangaea Life.
Damit steht fast jeder Dritte grundsätzlich hinter der Idee. Gleichzeitig zeigt die Studie: Viele potenzielle Anleger zögern noch – aus Unsicherheit über Produkte und deren tatsächliche Wirkung.
Transparenz und Impact-Nachweise sind entscheidend
71 Prozent der Befragten wollen nachvollziehen können, wohin ihr Geld fließt. 30 Prozent legen großen Wert auf klare Impact-Nachweise, also konkrete Belege für die Wirkung von Investitionen. Für 19 Prozent spielt Klimaschutz eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Geldanlage.
Gleichzeitig zweifeln 24 Prozent an der tatsächlichen Wirkung aufgrund von Greenwashing-Sorgen. „Menschen wollen wissen, welchen Unterschied ihr Geld macht. Nachhaltigkeit überzeugt nur, wenn sie Vertrauen schafft“, sagt Uwe Mahrt, Geschäftsführer von Pangaea Life.
Nachhaltigkeit wird mit Stabilität verbunden
Bemerkenswert: Nachhaltigkeit wird längst nicht mehr nur mit einem „guten Gefühl“, sondern vor allem mit finanzieller Stabilität assoziiert. 31 Prozent der Befragten sehen in nachhaltigen Anlagen in erster Linie „finanzielle Sicherheit und Stabilität für sich selbst“. Wenn Wirtschaft oder Politik wackeln, setzen 29 Prozent der Befragten vorrangig auf reale Werte wie Infrastruktur, Immobilien oder erneuerbare Energien – häufiger als auf Aktien. Besonders stark ist dieser Trend bei einkommensstarken Haushalten: 38 Prozent im oberen Einkommensdrittel bevorzugen Sachwertinvestments.
Frauen und Männer haben unterschiedliche Hürden
Die Studie zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen nennen signifikant häufiger Unsicherheit und fehlende Informationen als Gründe, nicht nachhaltig zu investieren. Männer bemängeln signifikant häufiger die fehlende Transparenz der Produkte.
Die wichtigsten Hürden beim Investieren in nachhaltige Geldanlagen bleiben: 30 Prozent geben zu wenig Wissen an, 21 Prozent fehlende Transparenz und 20 Prozent unklare Renditen.
Tagesgeld dominiert weiterhin
Trotz des Interesses an nachhaltigen und stabilen Anlagen liegt die Realität des deutschen Sparverhaltens weit zurück: 40 Prozent der Deutschen setzen auf Tagesgeld, 23 Prozent auf das Sparbuch, 27 Prozent besitzen gar keine Geldanlageprodukte. Besonders betroffen sind Frauen: 31 Prozent haben überhaupt keine Geldanlageprodukte, gegenüber 23 Prozent der Männer.
Über die Studie
Die Yougov-Forscher haben vom 12. bis 14. November 2.024 Personen ab 18 Jahren befragt. Damit seien die Ergebnisse repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland, so das Forschungsunternehmen.

