Parvest US Mid Cap

„Ich bin froh, dass ich derzeit nicht sehr stark in Finanztitel investiert bin“, erklärt Thyra Zerhusen. Sie managt seit dem 30. Januar 2006 den Parvest US Mid Cap (WKN: 937 908) der BNP Paribas Asset Management. Aus der aktuellen US-Immobilienkrise ging der Fonds als Gewinner hervor: Seit Jahresanfang liegt er 3,8 Prozent im Plus. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als beim Vergleichsindex Russel Mid Cap. Das liegt unter anderem daran, dass Zerhusen aktuell nur knapp 7 Prozent des Fondsvolumens von derzeit knapp 330 Millionen Euro in Unternehmen aus der Finanzbranche investiert hat. Gegenüber dem Index ist das eine klare Untergewichtung von 10 Prozentpunkten.

„Ich setze nicht auf Investmenttrends“, erklärt Zerhusen ihre Titelauswahl. „Das ist typisch für uns, denn wir investieren häufig entgegen der Konsensmeinung.“ Anfang dieses Jahres sagten noch viele Börsenbeobachter den Großbanken, Hedge-Fonds und Beteiligungsgesellschaften satte Gewinne voraus; Liquidität war im Überfluss vorhanden. Jetzt macht das Wort von der Kreditklemme die Runde. Das heißt, die Banken leihen sich kaum noch unter einander Geld. Das ließ die Gewinnerwartungen sinken und die Finanzaktien abstürzen.

Stattdessen floss viel Geld in konservative Branchen, die echte Werte in ihren Bilanzen stehen haben. Dazu zählen besonders Industrietitel, die bei Zerhusen rund die Hälfte des Portfolios ausmachen. Dabei meidet sie die Hersteller von Gütern, die der Mode unterworfen sind. Sie bevorzugt Firmen, deren Umsätze kaum schwanken. Diese findet sie bei den Anbietern von solchen Produkten, die sich durch Alleinstellungsmerkmale auszeichnen. Als Beispiel nennt sie einen Buchverlag, der einen Bestseller auf den Markt bringt. Außerdem achtet sie darauf, dass die Unternehmen durchschnittlich weniger als ein Viertel ihres Wertes als Schulden aufgenommen haben.

Das Portfolio ist stark konzentriert. Investiert wird in maximal 40 Unternehmen. „Das fördert die Disziplin bei der Titelauswahl“, so Zerhusen. „Wir wollen Wachstumsaktien zu einem angemessenen Preis kaufen.“ Um anstehendes Unternehmenswachstum zu erkennen, setzt Zerhusen auf den engen Kontakt zur Chefetage der Firmen: „Wir wollen das Management kennen und verstehen.“ Dieser Kontakt sei bei Großunternehmen oft nicht mehr möglich. Der Börsenwert der Unternehmen in ihrem Fonds darf daher die Grenze von 12 Milliarden US-Dollar nicht übersteigen. Nach unten gilt ein Minimum von 2 Milliarden Dollar.

Trotz der Wachstumsstrategie ist der Fonds eher konservativ und als langfristiges Basisinvestment in mittelgroße US-Unternehmen ausgerichtet. Die Cashquote beträgt auch in diesen unruhigen Tagen nur rund 2 Prozent. Das Portfolio wird nur sehr selten umgeschichtet: Pro Jahr wird höchstens die Hälfte des Fondsvermögens verkauft. „Wir überlegen uns vor einer Investition, wo die Aktie in zwei bis drei Jahren stehen kann“, erklärt die Fondsmanagerin.

Zerhusen wählt die Aktien für den Fonds aus einem Anlageuniversum von rund 1.700 Titel aus. Zunächst werden diese rein quantitativ analysiert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis zum Beispiel darf die Wachstumsrate des Unternehmens nicht übersteigen. In die engere Auswahl gelangen so 200 Aktien. Durch eine qualitative Analyse der Unternehmen erstellt Zerhusen eine potenzielle Kaufliste. Auf dieser befinden sich dann 20 bis 30 Titel.

Der Fonds notiert in US-Dollar. Das heißt, Anleger können mit diesem Fonds von einem steigenden Wechselkurs des Dollars gegenüber dem Euro profitieren. Wenn der Dollar aber weiter fällt, sinkt auch die Rendite für Anleger aus dem Euroraum. Anleger können ab 1.000 Euro in den Fonds investieren. Der Ausgabeaufschlag liegt bei maximal 5 Prozent. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,75 Prozent.

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