Donald Trumps jüngste Zollankündigungen haben die Finanzmärkte kräftig durchgeschüttelt. Der S&P 500 verlor innerhalb von zwei Tagen 10,5 Prozent und büßte etwa 5 Billionen US-Dollar an Marktwert ein. Der Dow Jones sackte um 9,3 Prozent ab, während der Nasdaq einen Rückgang von 11,4 Prozent verzeichnete. Auch der Goldpreis, sonst oft als sicherer Hafen betrachtet, fiel um über 2 Prozent auf 3.139 US-Dollar pro Unze. Der Dax sackte heftig ab.

Aktienlastige Fonds machen die Talfahrt mit, es gibt kaum ein Entkommen.

Inmitten dieses Zoll- und Kurs-Orkans erweist sich ein Fonds als sturmerprobt: der Patrizia Low Carbon Core Infrastructure Fund (ISIN: IE00BJSB2902).

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Quelle Fondsdaten: FWW 2026

Seit Jahresbeginn (YTD) verzeichnete er laut Fondsgesellschaft einen Wertzuwachs von über sechs Prozent, während fast alle Aktienfonds tief in den roten Zahlen stehen. Mit einem Volumen von 225 Millionen US-Dollar ist er kein Riese, lässt jedoch größere Konkurrenten hinter sich:

Das Erfolgsrezept: Investitionen in Kerninfrastruktur

Der Fonds setzt gezielt auf sogenannte Kerninfrastruktur: Wasser- und Stromversorger, Stromnetzbetreiber, Betreiber von Straßen, Schienen, Häfen und Flughäfen. Diese Geschäftsmodelle sind oft monopolartig, reguliert und generieren planbare, robuste Cashflows – genau das, was Investoren in unsicheren Zeiten suchen.

Zahlen, die laut Fondsgesellschaft überzeugen:

  • Dividendenrendite: 3,5 Prozent
  • Korrelation zum MSCI World: 0,6
  • Bewertung: Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 1,6 (vs. 3,4 im MSCI World)

Auch die regionale Streuung ist ein Faktor: Nur 39 Prozent des Fonds sind in den USA investiert – ein Kontrast zur üblichen US-Lastigkeit anderer Infrastrukturvehikel. Der Löwenanteil liegt in Europa (46 Prozent), was den Fonds auch geopolitisch stabiler macht. Im Portfolio finden sich Titel wie Eon, Endesa, Italgas oder Flughafen Zürich – Ertragsbringer aus der Realwirtschaft.

Im Windschatten der wirtschaftspolitischen Debatte: Infrastruktur

Die aktuelle Diskussion um eine europäische Investitionsoffensive könnte dem Fonds zusätzlichen Rückenwind geben. Das von Mario Draghi verfasste Grundsatzpapier zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit fordert höhere Infrastrukturinvestitionen – besonders in Energie, Netze, Transport und Digitalisierung.

Wenn Europa diese Pläne umsetzt, könnten Fonds mit Infrastrukturfokus profitieren – nicht nur als stabiler Baustein im Depot, sondern auch als Nutznießer der nächsten Investitionswelle. Auch in Deutschland wurden Milliardenpakete für Infrastruktur eingeplant.

Larry Fink – Infrastruktur als dritte Säule der Vermögensaufstellung

Larry Fink, Chef des Vermögensverwalters Blackrock, schlägt in seinem diesjährigen Investorenbrief ähnliche Töne an. Die klassische 60/40-Allokation – 60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen – sei „nicht länger diversifiziert genug für die neue Weltordnung".

Stattdessen schlägt Fink vor: „Eine Allokation von 50 Prozent in Aktien, 30 Prozent in Anleihen und 20 Prozent in Infrastruktur ist aus heutiger Sicht robuster."

Blackrock hat im Oktober 2024 Global Infrastructure Partners (GIP) für 12,5 Milliarden US-Dollar übernommen – ein deutlicher Hinweis auf die strategische Ausrichtung des Vermögensverwalters.

Vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten, geopolitischer Spannungen und dem Umbau ganzer Energiesysteme erscheint Infrastruktur nicht mehr als defensiver Nebenschauplatz – sondern als strategischer Kernbestandteil moderner Vermögensaufstellung.

In einer Welt, in der Märkte volatile Phasen durchlaufen (höhere Volatilität seit 2022), die politische Landschaft sich verändert und Zölle Schlagzeilen machen, könnten Fonds mit Infrastrukturfokus wie der Patrizia Low Carbon Core Infrastructure Fund eine stabilisierende Rolle in Anlegerportfolios einnehmen.