Paul Volcker (links) und der von ihm beratene US-Präsident Barack Obama im Januar 2010. Foto: Getty Images

Paul Volcker

Namensgeber der Volcker-Regel ist tot

Der ehemalige Chef der US-amerikanischen Notenbank, Paul Volcker, ist am 8. Dezember 2019 gestorben. Er wurde 92 Jahre alt. Volcker leitete die Notenbank von August 1979 bis August 1987 und gilt als derjenige, der die damals enorm hohe Inflation besiegte. Laut Weltbank stiegen die Preise in den USA 1979 um 11,3 Prozent, gefolgt von 13,5 Prozent im Jahr 1980.

Volcker hob den Leitzins kräftig an. Die sogenannte effektive Federal Funds Rate (also der tatsächlich genutzte Leitzins) lag im August 1979 bei 10,9 Prozent. Im April 1980 waren es schon 17,6 Prozent. Und zweimal gab es einen Spitzenwert von 19,1 Prozent, nämlich im Januar 1981 und Juni 1981. Die Inflation indes tauchte 1982 unter die Marke von 10 Prozent und lag fürs Gesamtjahr bei 6,1 Prozent. Die Phase hoher Zinsen nebst der dadurch ausgelösten Rezession – die Präsident Ronald Reagan zur Macht verhalf – nennt man heute noch den Volcker-Schock.

Die andere Volcker-Institution, nämlich die Volcker-Regel (Volcker Rule), besagt, dass US-Banken bestimmte spekulative Geschäfte nicht mehr abschließen dürfen. Die Maßnahme gilt als eine Antwort auf die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 und ist zentraler Bestandteil des 2010 in Kraft getretenen Dodd-Frank Acts. Volcker beriet damals den US-Präsidenten Barack Obama.

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