Paulson & Co., Mudrick Capital Management, Maglan Capital

Wie Hedgefonds mit faulen Anlagen Kasse machen

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So genannte Distressed-Fonds sind im bisherigen Verlauf des Jahres um 7 Prozent gestiegen - verglichen mit 2,5 Prozent, die Hedgefonds insgesamt über alle Anlage-Strategien hinweg erzielt haben. Das zeigen Daten von Bloomberg.

Firmen wie Paulson & Co., Mudrick Capital Management und Maglan Capital haben sich sogar der Ertrags-Schwelle von 10 Prozent genähert oder diese überschritten.

Die Manager dieser Fonds investieren jenseits der typischen Geier-Investments in große insolvente Firmen. Im Juni war die Ausfallrate im Bereich von US-Hochzinsanleihen auf 1,6 Prozent gesunken - das niedrigste Niveau seit der Finanz-Krise von 2008. Das belegen Daten der Ratingagentur Standard & Poor’s.

Stattdessen profitieren die Distressed-Fonds von Aktien ehemals insolventer Unternehmen, den Verbindlichkeiten kleinerer US-Firmen sowie Unternehmen, die mit Aktienplatzierungen gescheitert sind.

Einige Hedgefonds haben sich nach Europa orientiert, wo sie faule Kredite aufkaufen oder Geld an klamme Unternehmen verleihen, erklärt Siddarth Sudhir. Er ist Managing Director bei The Rock Creek Group, einer 10 Mrd. Dollar schweren Dachfonds- Gesellschaft mit Sitz in Washington.

Und diejenigen Fonds, die sich auf die USA konzentrieren, profitieren seinen Worten zufolge zudem weiter von älteren Pleiten - etwa Forderungen gegenüber Lehman Brothers Holdings Inc., dem Schneeeball-System von Bernard Madoff und dem Broker MF Global Holdings.

“Sie alle haben weiter gezahlt”, sagt Sudhir. “Eine Menge dieser Distressed-Jungs haben den Bereich Hochzins verlassen, der volatiler ist, und haben sich stattdessen in diese Gebiete hineinbewegt.”

Distressed-Fonds stehen vor denselben Herausforderungen wie der Rest der Hedgefonds-Branche: Zentralbanken weltweit haben ihre Leitzinsen gesenkt, die Volatilität reduziert und letztlich Investoren ermutigt, risikoreichere Aktiva zu kaufen. Makro- Fonds, die auf Rohstoffe, Devisen, Aktien und Anleihen wetten, haben laut Bloomberg-Daten im bisherigen Jahresverlauf bis Ende Juni lediglich 1 Prozent hinzugewonnen.

Die Hedgefonds-Firma Maglan kommt hingegen im bisherigen Jahresverlauf auf ein Plus von 15 Prozent. Einer der größten Gewinner im Portfolio war Globalstar Inc. - ein Anbieter von Satelliten-Telefonie, dessen Vorgängerfirma im Jahr 2002 Insolvenz beantragt hatte, wie Präsident David Tawil in einer E- Mail erklärte. Im vergangenen Jahr erzielte Maglan sogar ein Plus von 59 Prozent. Der Erfolg ging zum Teil auf das Konto einer Wette zum Filmstudio MGM Holdings.
Mudrick Capital konnte im bisherigen Jahresverlauf bis zum 3. Juli ein Plus von 18 Prozent verzeichnen, wie Bloomberg News aus informierten Kreisen erfuhr.

Der Credit-Opportunities-Fonds von Milliardär John Paulson, der ebenfalls in angeschlagene Aktiva investiert, erzielte im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von 8,9 Prozent. Im Portfolio hat der Hedgefonds dabei auch Forderungen aus großen Insolvenzen wie der Lehman-Pleite. So wie Mudrick hatte der Fonds außerdem laut informierten Kreisen unter anderem die Verbindlichkeiten von Energy Future Holdings Corp. ins Visier genommen. Das Unternehmen meldete im April Insolvenz an mit dem Ziel, 49,7 Milliarden Dollar an Zahlungsverpflichtungen zu restrukturieren.

Paulson hat zudem in Unternehmen investiert, bei denen die Firma ein Ereignis anschieben kann, welches die Erträge erhöht. Laut Investoren-Brief zum ersten Quartal, der Bloomberg News vorliegt, erwarb Paulson etwa 2013 die Bank-Kredite von Solocal Group. Damals wurden sie mit einem Abschlag von 20 Prozent gegenüber dem Nominalwert gehandelt. Anfang dieses Jahres half der Fonds dem französischen Unternehmen, Aktien zu platzieren und so Verbindlichkeiten zurückzuzahlen.

Armel Leslie, ein Sprecher für die 21,4 Milliarden Dollar schwere Hedgefonds-Firma Paulson & Co., wollte auf Anfrage von Bloomberg News keinen Kommentar abgeben. Dasselbe galt für den Konkurrenten Mudrick.