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Peacock-Gründer über seinen Long/Short-Fonds „Günstige Papiere sind in Deutschland mittlerweile Mangelware“

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Was war die größte Herausforderung für Long/Short-Fonds im vergangenen Jahr?

Siebel: Sich nicht von den Marktbewegungen irritieren zu lassen. Denn ob Brexit-Referendum oder US-Präsidenten-Wahl: Viele Marktteilnehmer hatten ein anderes Ergebnis erwartet und sich mittels Absicherung oder defensiverer Sektorausrichtung entsprechend positioniert - und verloren. Niemand kann vorhersagen, wie sich der Markt entwickelt, bei einzelnen Unternehmen ist dies anders. Daher halten wir nicht viel von makro-getriebenen Strategien.

Wie sind Sie derzeit aufgestellt? Welche Sektoren sind über-, welche untergewichtet?

Siebel: Derzeit sind wir strukturell untergewichtet im Pharma-Sektor. Bei Öl und Gas, Bauwerten und Nahrungsmitteln besteht ein leichtes Übergewicht. Allerdings enthält das Portfolio des Peacock European Alpha Builder ausschließlich Nebenwerte. Dort ist die Bewertungsspanne wesentlich größer, vor allem aufgrund der Länderzugehörigkeit und der sehr speziellen Nischenpositionierungen dieser Firmen Kein Vergleich zu Blue Chips. Nebenwerte-Manager schauen aber weniger auf die Sektor-, sondern vielmehr auf die Länder-Ebene bei der Titelselektion.

Und wie sieht die geografische Aufteilung Ihres Fonds aus?

Siebel: In Norwegen, Spanien und Italien sind wir übergewichtet, in Deutschland und Benelux untergewichtet. Das liegt an den Bewertungen dieser Märkte: Während man zum Beispiel in Norwegen noch viele günstige Papiere findet, sind diese in Deutschland mittlerweile Mangelware.

Was verstehen Sie unter einer günstigen Bewertung?

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