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Peacock-Gründer über seinen Long/Short-Fonds „Günstige Papiere sind in Deutschland mittlerweile Mangelware“

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Wie gehen Sie bei der Titelauswahl vor?

Siebel: Wir haben einen proprietären und langjährigen bewährten quantitativen Kennzahlen-Filter, den Peaock Opportunity Filter, im Einsatz,  der aus dem gesamten Anlageuniversum vom mehr als 3.000 Aktien circa je 50 Titel für die Long- und Short-Seite herausfiltert. Anschließend schauen wir uns diese Titel genauer an. Kauftitel sollten ein solides Geschäftsmodell aufweisen, gering verschuldet sein und ihre Kapitalkosten verdienen. Unternehmen, die sehr teuer bewertet sind, meist hohe Verluste einfahren und strukturelle Probleme aufweisen wie beispielsweise mangelnde Eintrittsbarrieren ihres Geschäftsmodelles sind Kandidaten für die Short-Seite. Daneben befinden sich diverse Kernpositionen im Fonds, die eine besonders einzigartige Positionierung aufweisen. Der bereits erwähnte Korkhersteller ist so ein Beispiel. Hier gilt es, nah am Unternehmen zu sein und das Gewinnwachstumspotential richtig einzuschätzen.

Für einige Vertriebsexperten sind Long/Short-Fonds die neuen Mischfonds, was deren Beliebtheit bei Anlegern betrifft. Wie sehen Sie das?

Siebel: Genauso. Auch ich gehe davon aus, dass die Nachfrage nach Long/Short-Fonds, insbesondere marktneutralen, deutlich zunehmen wird. Entsprechend groß ist aktuell auch die Nachfrage nach dem Peacock European Alpha Builder. Vermögensverwaltende Fonds werden bei steigenden Zinsen mit ihrem Renten-Anteil möglicherweise keinen auskömmlichen absoluten Ertrag mehr liefern können. Das würde vor allem die defensiven Produkte besonders hart treffen. Außerdem sind die Spreads derzeit historisch eng, ein Herauslaufen wahrscheinlich. Unternehmensanleihen dürften es auch hier schwer haben. Long/Short-Fonds hingegen sind zinsunabhängig und korrelieren kaum mit dem Aktienmarkt. Ob der Aktienmarkt gerade billig oder teuer ist, ist für das Renditepotential unseres Long/Short-Fonds irrelevant. Entscheidend ist nur, wie groß die Bewertungsunterschiede innerhalb europäischer Nebenwerte sind. Und die sind glücklicherweise immer groß genug, wenn man bei europäischen Nebenwerten genauer hinschaut.

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