Peinliche Elite: Britische Nachwuchs-Volkswirte verprügeln jüdischen Kommilitonen

//
Das Wort Elite stammt vom lateinischen electus („ausgelesen“) und bezeichnet „eine Gruppierung überdurchschnittlich qualifizierter Personen einer Gesellschaft“ (Quelle: Wikipedia). In seinem Buch „Management und Moral“ definiert Markus Pohlmann Elite als Menschen auf Spitzenpositionen, bei denen „mit höherer Moral und persönlicher Integrität als in der Masse der Bevölkerung zu rechnen“ sei.

Die London School of Economics (LSE) ist eine Eliteuniversität, die in Rankings für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften jedes Jahr mit der Harvard University und der University of Oxford um den Spitzenplatz streitet. Doch das Verhalten einiger Studenten der Kaderschmiede für Nachwuchs-Volkswirte und Politiker zeugt keinesfalls von höherer Moral und persönlicher Integrität. So sollen laut britischen Medienberichten bei einem von der Studierendenvertretung organisierten Ski-Ausflug mehrere Studenten einen jüdischen Kommilitonen verprügelt haben, weil er keine Trinkspiele mit Nazi-Motto spielen wollte.

Wie britische Zeitungen, darunter auch der „Telegraph“ und „Guardian“ berichten, sollen die Studenten das Spiel „Ring of Fire“ gespielt haben. Die Spielkarten seien in Form eines Hakenkreuzes ausgelegt gewesen. Zu den Aufgaben, die die Spieler absolvieren mussten, gehörte neben dem Alkohol-Trinken auch der Hitlergruß.

Als ein jüdischer Student sich weigerte, bei dem Spiel mitzumachen und sich über die antisemitischen Äußerungen seiner Kommilitonen beschwerte, ist er von den Kommilitonen verprügelt worden. Dabei brachen die Angreifer, die in der Mehrzahl waren, dem 20-Jährigen die Nase.

Vor allem die Mischung aus persönlichen Anspielungen und generellen Beleidigungen gegen Juden habe ihn „sehr traurig gemacht", erklärte der Student gegenüber den Medien.

„Die Menschen, die glauben, das Spiel habe gute Stimmung verbreitet, müssen begreifen, dass es kein Spaß ist, wenn Nazi-Ideologie verherrlicht und ein jüdischer Student geschlagen wird, sondern ein boshafter und kollektiver Angriff auf die Gemeinschaft", sagte der Präsident der Vereinigung jüdischer Studenten.

Der Präsident der studentischen Sportlervereinigung, die den Ski-Trip ins französische Val d'Isère organisiert hatte, verurteilte die Tat. Es sei die Aktion einer kleinen Gruppe einzelner Studenten gewesen.

Mehr zum Thema