Egon Wachtendorf

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Pendelgesetz: Aktienfonds zwischen Überschwang und Depression

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Die Produktanbieter mochten so viel Fantasie schon gar nicht aufbringen: Beinahe unisono beschworen sie die „normale Bandbreite“, auf die sich die Zahlen nach dem Ende des irrationalen Überschwangs über kurz oder lang einpendeln müssten.

Doch was ist normal? Die Frage hat zwei Facetten: Zum einen geht es um Gewohntes, Selbstverständliches. In einem Umfeld, in dem sich Börsenkurse innerhalb weniger Wochen verdoppeln oder verdreifachen, scheinen langfristige Verluste mit Aktienfonds ein Ding der Unmöglichkeit zu sein – so wie nach dem Katastrophenjahr 2008 viele Anleger kaum glauben mögen, dass Renditen von 7 bis 9 Prozent sehr langfristig betrachtet durchaus die Regel sind.

Zum anderen geht es aber auch um simple Mathematik: Wenn die genannte Bandbreite die Normalität ist, dann müssen auf Phasen mit Spitzenwerten zwangsläufig magere Zeiten folgen, damit die Rechnung stimmt – und umgekehrt. Oder anders ausgedrückt: Am Ende ist alles wieder normal.

Zu einfach gedacht? Vielleicht. Wer jedoch aufgrund der aktuellen Zehn-Jahres-Renditen Aktienfonds die Tauglichkeit zur langfristigen Vermögensbildung abspricht, denkt auch nicht komplexer – und versäumt bis 2020 unter Umständen eine ganze Menge.

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