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Investieren in deutsche Nebenwerte Perlen der Tech-Branche

Sartorius-Sitz in Göttingen
Sartorius-Sitz in Göttingen: Der Pharmazulieferer gehört zu den Top-Performern unter den Tech-Nebenwerten. | Foto: Imago Images / Hubert Jelinek

„Seinen Planeten aus dem All zu sehen ist großartig. Man bekommt eine ganz andere Perspektive und wird sich bewusst, wie zerbrechlich unser Leben ist.“ Mit diesen Worten beschreibt Sally Ride ihre Eindrücke aus dem Weltraum. Die Astronautin flog im Jahr 1983 als erste Amerikanerin in den Kosmos und ist bis heute aus der internationalen Raumfahrt nicht wegzudenken. Auch Elon Musk zitiert sie auf der Webseite seines Unternehmens Space X. Der Großunternehmer führt Expeditionen zur internationalen Raumstation ISS für die Nasa durch und plant unter dem Projektnamen „Inspiration 4“ eine touristische Weltraummission vom Kennedy Space Center in Florida. Dafür braucht er Experten für moderne Technologien – und die fühlen sich in Amerika bekanntlich wohl. Einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group zufolge können sich 40 Prozent der Spezialisten weltweit vorstellen, in Übersee zu arbeiten.

Ganz anders schaut das allerdings hier- zulande aus. Firmen aus der Bundesrepublik halten im internationalen Wettbewerb um fortschrittliche Technologien nicht mit – so zumindest die landläufige Meinung. Ein Grund mag der Mangel an Expertise sein. Im vergangenen Jahr beklagten in einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom 70 Prozent der Firmen ein Defizit an qualifiziertem Personal. Die Zahl der offenen Stellen lag auf dem deutschen Arbeitsmarkt Ende 2020 bei rund 86.000.

Wichtiger Arbeitgeber für IT-Experten sind in der Bundesrepublik beispielsweise die Dax-Konzerne SAP und Infineon. Die Firmen sind zwar schon lange in ihren Geschäftsfeldern erfolgreich, beim Thema Marktmacht können sie mit der US-Tech-Konkurrenz jedoch nicht mithalten. Ihr Börsenwert beläuft sich zusammen lediglich auf knapp 200 Milliarden Euro. Apple allein ist dagegen ungefähr 2 Billionen Euro wert.

Bleibt ja noch der deutsche Mittelstand. Finden sich dort Unternehmen mit inter- nationaler Schlagkraft, in die es sich zu investieren lohnt? Eine Frage, die nicht wenige Portfoliomanager deutscher Nebenwerte-Fonds durchaus bejahen. „Es gibt unter den Nebenwerten im Technologiebereich spannende Subsektoren wie Software, Halbleiter und IT-Dienstleistungen“, sagt etwa Christoph Gebert. Der Fondsmanager des Acatis Aktien Deutschland (ISIN: LU0158903558) hält zum Beispiel große Stücke auf Süss Microtec. Die Aktien des Halbleiter-Ausrüsters aus Garching bei München machen 4,1 Prozent des Portfolios aus und gehören damit zu den Top-10-Positionen (Stand: 31. Mai 2021).

Im IT-Sektor legt Gebert unter anderem in GK Software und GFT Technologies an. GK Software stellt Programme für den Betrieb großer Einzelhandelsunternehmen her, GFT Technologies bietet Anwendungen für die Umsetzung regulatorischer Vorschriften und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen für Finanz- und Industrieunternehmen an. Investoren er- zielten mit Aktien von GFT Technologies auf Zehn-Jahres-Sicht ein Plus von mehr als 513 Prozent. Aktien von GK Software brachten im gleichen Zeitraum 225 Prozent. (Stand: 15. Juli 2021)

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