Peter E. Huber

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Peter E. Huber: „Aktien aus Italien, Spanien und Österreich sind extrem günstig“

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„Die langfristigen Aussichten für Aktien sind hervorragend“, erklärt der Chef-Volkswirt der Vermögensverwaltung Starcapital im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.). Für aggressive Aktienkäufe sei es vielleicht noch etwas zu früh, meint Huber. Er empfiehlt jedoch, Aktien „neutral“ zu gewichten, also auf keinen Fall unterzugewichten.

Vor allem europäische und japanische Aktien seien derzeit einen Kauf wert, so der Finanzexperte. Denn da die Erwartungen der Markteilnehmer für diese Märkte negativ seien, bekäme man Papiere zu einem günstigen Preis. Vor allem Aktien aus Problemländern wie Italien, Spanien oder Österreich seien derzeit extrem niedrig bewertet.

Auch Hubers Fonds gehen nun wieder in die Offensive. „In unserem internationalen Aktienfonds „Star Cap Starpoint“ haben wir unsere Absicherungen bereits im November und Dezember komplett aufgelöst und sind seitdem voll investiert“, erklärt der Fondsmanager. In seinem vermögensverwaltenden Fonds „Star Capital Huber Strategy 1“ hatte er die Aktienquote vor dem Einbruch im letzten Sommer auf das Minimum von 40 Prozent reduziert. „Nach dem Einbruch haben wir die niedrigen Kurse genutzt und die Aktienquote wieder auf 60 Prozent erhöht“, erklärt Huber. Dies entspreche der Vergleichsgruppe des Fonds und somit einer neutralen Gewichtung.

Gold: Erhalt der Kaufkraft, aber nicht mehr

Gold ist für Huber die ultimative Währung, die über die letzten Jahrtausende ihre Kaufkraft erhalten hat. „Mehr aber auch nicht“, sagt er. Denn im Vergleich zur Inflation habe sich der Goldpreis in den vergangenen zehn Jahren überproportional erhöht. „Die Inflation müsste in den nächsten Jahren mit zwei- bis dreistelligen Raten wachsen, um den derzeitigen Goldpreis zu rechtfertigen“, erklärt der Fondsmanager. Da erscheint ihm etwas Vorsicht angebracht, „auch wenn man das gelbe Metall als Beimischung in einem ausgewogenen Vermögensmix durchaus halten kann“.

Inflation entsteht nicht durch aggressive Geldpolitik

Eine hohe Inflation erwartet Huber indes nicht. „Es ist ein verbreiteter Irrglaube anzunehmen, Notenbanken oder Regierungen könnten nach Belieben Inflation erzeugen“, sagt er und verweist auf die besonders aggressive Geldpolitik, die bisher in Amerika und Japan gefahren wurde und trotzdem nicht zu übermäßig steigenden Teuerungsraten geführt hat.
„Es kann unbeschränkt neues Geld gedruckt werden; solange dies nicht nachfragewirksam wird, entsteht auch keine Inflation“, erklärt der Volkswirt.

Eine Inflation entstehe grundsätzlich nur über stark steigende Löhne, die in eine Lohn-Preis-Spirale münden. Dieser Entwicklung müsse ein knappes Güterangebot gegenüberstehen – so wie im Jahr 1923, als es für das gedruckte Geld nichts zu kaufen gab. Diese Voraussetzungen seien heute nicht gegeben.

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