Lesedauer: 2 Minuten

Pflegegrade statt Pflegestufen Ändern sich die Leistungen bereits abgeschlossener Pflegeversicherungen?

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) treibt die Reform der Pflegeversicherung voran. Foto: Getty Images
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) treibt die Reform der Pflegeversicherung voran. Foto: Getty Images
In den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Pflegezusatzversicherungen ist unter dem Punkt „Änderung der allgemeinen Versicherungsbedingungen“ auch die Frage der Anpassung von Versicherungsleistungen für den Fall der Veränderung von Pflegestufen hinterlegt. Das erklärt Susanne Arndt, Verbraucherberaterin beim Verbraucherservice Bayern, gegenüber dem Oberbayrischen Volksblatt.

Sie betont, dass es sich bei einer Veränderung der Grundlage wie beispielsweise der Ermittlung von Pflegebedürftigkeit, eine Anpassung geben kann. Dieses Recht leiten die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) für den Versicherer ab. Damit muss aber, so Arndt, nicht immer eine Verschlechterung einhergehen.

Für Versicherte bedeutet dies vor allem eins: Auch die Pflegezusatzversicherung ist kein Vertrag, den man abschließt und dann erst bei Bedarf wieder anrührt. Aktuelle politische und gesundheitliche Entwicklungen nehmen massiv Einfluss auf die Gestaltung des Vertrags, weshalb versicherte Leistungen stets diesen Veränderungen angepasst werden sollten. Anderenfalls besteht die Gefahr einer Unterversorgung im Leistungsfall.

Wie sieht das konkret aus? Zunächst einmal gibt es unterschiedliche Formen von Pflegeleistungen. Diese sind an die Frage von Unterbringung und Form der Pflege gebunden. Kommt nun eine weitere Pflegestufe beziehungsweise -grad IV oder V hinzu, kann dies für einige Pflegebedürftige der Pflegestufe I bedeuten, dass sie in eine andere Pflegestufe eingeteilt werden. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig mehr Geld bedeuten. Es wird aller Voraussicht nach eher für jene, die weiterhin in Pflegestufe I eingestuft sind, eine Minderung der ausgezahlten Leistungen bedeuten. Deshalb lohnt sich die ergänzende Pflegevorsorge, um ein solches Loch gar nicht erst entstehen zu lassen.

Tatsächlich, so die Aussage von Susanne Arndt, haben aber auch Versicherer einen Anspruch darauf, ihre Leistung anhand der Entwicklung des Marktes anzupassen. Deshalb ist es wichtig, die versicherte Leistung unter Berücksichtigung von möglicher Inflation und politischen Entwicklungen von Beginn an realistisch zu kalkulieren und aktuellen Einflüssen anzupassen.
Tipps der Redaktion
Versicherungen, die die Welt nicht brauchtAuf diese neun Policen können Kunden getrost verzichten
Nachzahlungen und Freiheitsstrafen drohenFast jeder zweite Erbschaftsteuerbescheid ist falsch
Mehr zum Thema