Drei Themen prägten 2025 die Performance der thematischen Aktienfonds von Pictet Asset Management: Biotechnologie, Technologie, Verteidigung. Im Webinar „Themenfonds in Q4 2025 – geht der KI-Boom 2026 weiter?“ gaben Simon Frank (Senior Investment Advisor) und Lara Lorenz (Investment Advisor) gemeinsam mit Moritz Dullinger, Senior Investment Manager bei Pictet AM, einen Rückblick und einen Ausblick auf die Kapitalmärkte – und stellten mit dem „Pictet-Longevity“ einen neuen Themenfonds vor.
Rückblick: Wie das vierte Quartal 2025 verlief
Zum Webinarauftakt führte ein Kurzfilm durch die internationalen Standorte der Pictet-Büros in London, Genf, Tokio, Hongkong und New York. Dann gab Simon Frank einen Einblick in das Marktgeschehen: „Die Aktienbewertungen sind auf relativ hohem Niveau, viele Faktoren – Zölle, Inflation, hohe Löhne – drücken auf die Gewinnmargen der Unternehmen. Daher besteht vorerst nur begrenztes Aufwärtspotenzial.“ Gleichzeitig sieht Frank sinkende reale Zinsen und einen weiter schwächelnden US-Dollar. Die Folge: Die Beta-Renditen – also marktgetriebene Erträge – dürften zukünftig niedriger ausfallen als in den drei außergewöhnlich starken Aktienjahren zuvor.
Lara Lorenz wies darauf hin, dass trotz der pessimistischen Stimmung viele Asset-Klassen gut performt haben.
Frank zur Wertentwicklung ausgewählter Anlageklassen im Jahr 2025: „Der starke Euro und der schwache US-Dollar haben die Renditen für in Euro bilanzierende Investoren etwas geschmälert. Dennoch ließ sich in fast allen Anlageklassen ein sehr ordentliches Ergebnis erzielen.“
Neben den gestiegenen Unternehmensgewinnen – „global um 14 Prozent“, so Frank – war die Geldpolitik der Haupttreiber für die Märkte: Zentralbanken senken die Zinsen weiter, mit moderatem Tempo. Als größter Gewinner erwies sich mit Abstand Gold, letztlich auch befeuert durch die Dollarschwäche. „US-Aktien waren 2025 nicht die großen Outperformer, sondern die Märkte, die in den letzten Jahren eher schwach gelaufen sind – allen voran Emerging Markets. Aber auch europäische Aktien – vor allem europäische Small Caps mit einer extremen Outperformance – hatten einen Lauf, vor allem im ersten Quartal.“
Dem gegenüber stand eine Underperformance von US-Small Caps, die im Schatten der US-Indexschwergewichte blieben. Im vierten Quartal entwickelte sich auch Japan schwach; geprägt von Inflation, strafferer Geldpolitik und einer kräftigen Abwertung des Yen.
Frank fasste zusammen: „Bei den Sektoren ergaben sich große Unterschiede: Kommunikationsdienste, Grundstoffe, Bergbau, Finanzen und IT hatten ein sehr gutes Jahr. Schwach liefen Basiskonsum, Immobilien, Konsumtitel, Gesundheitswerte.“
Marktausblick 2026: Moderates Wachstum, Chancen bei Mid Caps und Schwellenländern
Während sich die US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen leicht abkühlen könnte, dürften Europa und Japan von staatlichen Konjunkturprogrammen profitieren. Das würde sowohl die Unternehmensgewinne als auch die Aktienmärkte stützen. Zusätzlich sorgen die Zentralbanken mit weiteren Zinssenkungen für reichlich Liquidität an den Finanzmärkten. „Wir erwarten ein weiteres positives Jahr an den Aktienmärkten – aber nicht mehr mit 20 Prozent Rendite, sondern eher im Bereich von 5 Prozent.“
Frank sieht vor allem in folgenden Anlageklassen die größten Chancen:
- Europäische Mid Caps: attraktive Bewertungen und solide Fundamentaldaten
- Anleihen: moderate, aber stabile Erträge
- Schwellenländer: profitieren von der Schwäche des US-Dollars – sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen
Beim stark gestiegenen Goldpreis bleibt Frank vorsichtig: „Bei Gold agieren wir taktisch und realisieren Gewinne – die Edelmetalle wirken ziemlich heiß gelaufen, hier dürfte es früher oder später zu einer Konsolidierung oder Korrektur kommen.“
Für den S&P 500 und den Dax erwartet Frank bis Mitte beziehungsweise Ende 2026 leicht höhere Kurse als aktuell. Der US-Dollar dürfte weiter unter Druck stehen – mit einem möglichen Wechselkurs von 1,25 Dollar je Euro bis Jahresende.
Frank mahnte zur realistischen Erwartungshaltung: „Nach drei sehr guten Börsenjahren kann auch einmal ein schwächeres folgen. Die technischen Indikatoren zeigen jedoch keine extremen Übertreibungen – die Stimmung bleibt insgesamt konstruktiv.“
