Obwohl diese Preise ihren Höchststand erreicht haben könnten, befinden sie sich langfristig gesehen immer noch auf einem hohen Niveau, was die Gefahr birgt, dass sie in den kommenden Jahren zu einer Inflationsquelle werden. Der erwartete Inflationsdruck wirkte sich auch auf andere Märkte wie Anleihen, Währungen und Aktien aus.

Aktien und Unternehmen

Verlustbringende Unternehmen, etwa aus dem E-Commerce-Sektor, die während der Covid-Pandemie ein beträchtliches Wachstum verzeichneten, hatten eine schwierige Zeit. So fielen zum Beispiel die Aktien von Sea, der in Singapur ansässigen E-Commerce- und Online-Gaming-Gruppe, um 77 Prozent. Doch auch einige der wertvollsten Unternehmen Asiens haben 2022 kräftig an Wert verloren. Die chinesischen Unternehmen Tencent Holdings und Alibaba Group Holding fielen um 28 beziehungsweise 29 Prozent, während die südkoreanische Samsung Electronics in diesem Jahr 26 Prozent einbüßte. TSMC fiel ebenfalls um 25 Prozent.

Während High-Tech-Werte Federn ließen, gewannen Banken und Fluggesellschaften dazu. Zu den Gewinnern zählten auch rohstoffbezogene Unternehmen wie das japanische Öl- und Gasexplorationsunternehmen Inpex, dessen Aktien um 40 Prozent stiegen. Der Bankensektor entwickelte sich aufgrund steigender Zinssätze gut, wobei die indonesische Bank Central Asia um 19 Prozent zulegte. Auch die Aktien von Fluggesellschaften wie Singapore Airlines und der japanischen ANA-Holdings verzeichneten zweistellige Kursanstiege.

 

Länder

Indien und Singapur zeigen sich inmitten des globalen Abschwungs besonders widerstandsfähig. Während sich der gesamte Aktienmarkt in diesem Jahr nach unten bewegte, schnitt der indische Aktienindex Sensex unter den wichtigsten asiatischen Indizes gut ab und stieg bis zum 21. Dezember um 4,8 Prozent. Indien ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt. Im jüngsten Wirtschaftsausblick der Asiatischen Entwicklungsbank wird für das Jahr 2023 ein Wirtschaftswachstum von 7,2 Prozent prognostiziert, was schon in der zweiten Jahreshälfte zu Kapitalzuflüssen in die Aktien des südasiatischen Landes führte.

Der Straits Times Index von Singapur legte mit 4,2 Prozent in ähnlicher Größenordnung zu. Der Leitindex des Stadtstaates ist stark vom Bankensektor abhängig, der wiederum von den steigenden Zinsen profitierte.

Anleihen

In den meisten asiatischen Ländern stiegen parallel zu den Zinserhöhungen der Zentralbanken die Renditen von Staatsanleihen. So lag beispielsweise die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen in Südkorea am 21. Dezember bei 3,567 Prozent gegenüber 2,255 Prozent Ende 2021. Die Entscheidung der BOJ, das Renditezielband Mitte Dezember zu erweitern, ließ die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen am 21. Dezember auf 0,470 Prozent steigen.

Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen ausgewählter Länder Ende 2022 (Ende 2021):

  • Indien 7,287 % (6,454 %)
  • Indonesien 6,929 % (6,376 %)
  • Südkorea 3,567 % (2,255 %)
  • Thailand 2,52 % (1,95 %)
  • Singapur 2,907 % (1,667 %)
  • Japan 0,470 % (0,055 %)

Quelle: Quick FactSet, Refinitiv

Fazit: Insgesamt setzte sich der Ende 2021 begonnene Abschwung an den asiatischen Aktienmärkten im Jahr 2022 fort, weswegen die meisten Aktienindizes in Asien fielen. Gerade Länder mit Hightech-Industrien verzeichneten erhebliche Kursverluste, so der südkoreanische Kospi und der taiwanesische Taiex mit jeweils rund 22 Prozent. Nur der Singapur-Dollar und indische Aktien zeigten Widerstandsfähigkeit in einer Zeit großer Herausforderungen.

Ausblick auf das Jahr 2023

Angesichts der sich abzeichnenden Konjunkturabschwächung werden die asiatischen Märkte wahrscheinlich weiter mit Gegenwind zu kämpfen haben. Gerade für Währungen, die wie der südkoreanische Won oder def Taiwan-Dollar empfindlicher auf den Welthandelszyklus reagieren, sind die Aussichten nicht rosig.