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Pimco

Russland statt Türkei

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Russland ist “ein heruntergeprügelter Markt, und hat noch einigen Wert”, sagte Andrew Bosomworth, Managing Director bei Pimco in München und Leiter Portfoliomanagement in Deutschland, im Interview mit Bloomberg News. “Es ist eine Frage von Rendite und Risiko. Im Verhältnis zu den Risiken sind fünf oder sechs Prozent Rendite in Ordnung, und es sind Renditen in harter Währung mit Euro- und teilweise Dollar-Papieren.”

Der russische Benchmark-Aktienindex Micex steuert auf den ersten Wochenverlust seit Mitte März zu, nachdem die USA härtere Sanktionen wegen der Annexion der Krim angedroht haben. Die in der vergangenen Woche eskalierenden Spannungen in der Ostukraine haben zu einem Ausverkauf von russischen Anlagen geführt und die Regierung veranlasst, eine Anleiheauktion abzusagen.

“Es hat einen deutlichen Rückzug der Anleger aus dem russischen Komplex gegeben aufgrund der Risiken dort”, erläuterte Bosomworth, der seit 2001 für Pimco tätig ist. “Unser Basis-Szenario ist, dass es keine weitere Eskalation gibt, bei der Russland in die Ostukraine einmarschiert oder die Ostukraine zurück zu Russland will, und dass die Neubewertung daher nicht gerechtfertigt ist.”

Anders sieht er die Lage in der Türkei. “Wir machen im Großen und Ganzen einen Bogen darum”, erklärte Bosomworth, der früher eine Flagge der AKP-Partei von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in seinem Büro hängen hatte, die er “durch reinen Zufall” bei einem Besuch der Parteizentrale in Ankara vor annähernd zehn Jahren erhalten hatte, wie er erzählte. “Ich habe die Flagge vor knapp einem Jahr wegen der überwältigenden Korruptionsanzeichen entfernt. Ich halte es nicht für akzeptabel zu sagen, solange wir Wachstum bringen, ist Korruption in Ordnung. Es gibt auch im Geschäftsleben Moral und das ist eine besorgniserregende Entwicklung.”

Am Freitag verzeichnete die türkische Lira den stärksten Kursverlust seit drei Wochen und Anleihen und Aktien gaben ebenfalls nach. Zuvor hatte Moody’s Investors Service den Ratingausblick des Landes auf negativ gesenkt und darauf verwiesen, dass die außenwirtschaftliche Position des Landes aufgrund höherer politischer Unsicherheit und geringerer weltweiter Liquidität zunehmend unter Druck gerät.

Standard & Poor’s hatte den Ausblick für das Rating der Türkei bereits im Februar auf negativ gesenkt. Die Ratingagentur verwies auf das Risiko einer “harten wirtschaftlichen Landung”, da die Devisenreserven sinken und die Politiker uneins über die Zinssätze sind.

Während die Wahlergebnisse deutlich zeigten, dass Erdogan im Land sehr starke Unterstützung genieße, würden Investoren künftig höhere Zinsen verlangen, wenn sie das Leistungsbilanzdefizit des Landes weiter finanzieren sollten, beschrieb Bosomworth. In den Kommunalwahlen am 30. März erhielt die AKP 44 Prozent der Stimmen.

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