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US-Inflationsrate sinkt deutlich Warum die US-Notenbank weiterhin auf der Lauer liegt

Während die Preise für Oldtimer weiter zulegen, sind die Gebrauchtwagenpreise zuletzt leicht gesunken
Während die Preise für Oldtimer weiter zulegen, sind die Gebrauchtwagenpreise zuletzt leicht gesunken: Die kurzfristigen Inflationserwartungen haben sich in den USA zusammen mit den Lebensmittel- und Energiepreisen abgeschwächt. | Foto: Imago Images / Panthermedia
Tiffany Wilding

Wie erwartet hat sich die US-Inflation – sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation – im Juli abgeschwächt, wie aus den jüngsten Daten des Verbraucherpreisindex (VPI) hervorgeht. Geht man davon aus, dass die Preise für Lebensmittel und Energierohstoffe weltweit weiter sinken, dürfte im Juni der Höhepunkt der jährlichen Inflationsrate markiert worden sein. Die Jahresrate der Kerninflation wird jedoch wahrscheinlich im August weiter an Fahrt gewinnen und ihren Höhepunkt möglicherweise erst im September erreichen.


Allison Boxer

Die Faktoren, die für die Schwäche der Kerninflation im Juli verantwortlich waren – Flugpreise und Hotels – sind in der Regel schwankungsanfälliger, während die stabileren Komponenten – Mieten und eigentümeräquivalente Mieten (OER) – im Juli stabil blieben.

Der VPI-Bericht und die jüngste Abschwächung der kurzfristigen Inflationserwartungen stellen für die Fed sicherlich eine Erleichterung dar. Doch da die Inflation weiterhin moderat ausfallen und über ihrem langfristigen PCE-Ziel (persönliche Konsumausgaben) von 2 Prozent liegen dürfte, ist es unwahrscheinlich, dass der VPI vom Juli den kurzfristigen Kurs der Geldpolitik ändern wird. Vielmehr scheint eine restriktive Politik nach wie vor angemessen – was bedeutet, dass weitere Zinserhöhungen noch bevorstehen.

Sinkende Preise für Energie, Hotels, Flugtickets und Gebrauchtwagen

Aus dem Juli-Bericht geht hervor, dass der Kern-Verbraucherpreisindex in den USA im Monatsvergleich um 0,3 Prozent gestiegen ist – und damit schwächer als die Konsenserwartungen von 0,5 Prozent. Die Abschwächung war fast ausschließlich auf Preisrückgänge bei Hotels, Flugtickets und Gebrauchtwagen zurückzuführen. So fielen die Flugpreise im Vormonatsvergleich um 7,8 Prozent, da die niedrigeren Kerosinpreise an die Verbraucher weitergegeben wurden. Die Hotelpreise, die zu Beginn des Jahres weit über das Pandemieniveau hinaus gestiegen waren, scheinen sich zu normalisieren (sie fielen um 3,3 Prozent gegenüber dem Vormonat): Der Nachfrageschub nach den Lockdowns hat nachgelassen. Wir gehen davon aus, dass die Flugpreise schwach bleiben werden, aber die Hotelpreise könnten in den kommenden Monaten leicht zulegen.

Die Neuwagenpreise stiegen im Monatsvergleich weiter an, da die Lagerbestände nach wie vor in der Nähe von Rekordtiefs liegen und die Produktionsdaten darauf hindeuten, dass die Lieferkettenstörungen im Frühjahr und Frühsommer anhielten. Die Gebrauchtwagenpreise fielen dagegen um -0,4 Prozent im Vormonat und dürften im nächsten Monat erneut sinken, bevor sie sich im Herbst wieder etwas beschleunigen könnten. Es wird erwartet, dass die Autovermieter in den kommenden Monaten aufgrund des anhaltenden Mangels an Neuwagen ihre Fahrzeuge nicht so aggressiv wie üblich auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkaufen werden. Dennoch erwarten wir, dass die in der Pandemie stark gestiegenen Gebrauchtwagenpreise im Laufe der Zeit zurückgehen werden, da höhere Zinsen, eine langsamere Abwanderung aus den Stadtzentren und eine Normalisierung der Neuwagenbestände die Nachfrage nach Gebrauchtwagen dämpfen.

Die Preise in den meisten Warengruppen des Einzelhandels stiegen im Juli weiter an, trotz der Prime-Day-Aktionen von Amazon, die in der Vergangenheit eher zu Preisnachlässen im Einzelhandel geführt haben. Obwohl die Preise für Bekleidung und verschiedene Elektronikartikel einen gewissen Preisnachlass zu verzeichnen scheinen, deutet die anhaltende Stärke bei Einrichtungsgegenständen, Freizeitartikeln und anderen Produkten darauf hin, dass die steigenden Lagerbestände und die rückläufigen Ausgaben für reale Güter noch nicht zu Preisnachlässen auf breiter Basis geführt haben.

Was die Kerndienstleistungen betrifft, so waren die Mieten und die eigentümeräquivalenten Mieten (OER) erneut fest. Wir erwarten, dass sich die jährliche Rate der Mieten und OER weiter beschleunigen und möglicherweise bis zu 8 Prozent erreichen wird – deutlich über dem Trend von 3,5 Prozent vor der Pandemie. Zinserhöhungen führen zunächst zu einem Anstieg der Mietinflation, da sie den Erwerb von Wohneigentum weniger erschwinglich machen. In der Regel beginnt die Mietinflation erst dann zu sinken, wenn sich der Anstieg der Immobilienpreise deutlich abschwächt (die gemeldete VPI-Inflation hinkt den allgemeinen Trends auf dem Immobilienmarkt in der Regel um drei bis sechs Quartale hinterher).

 

Der bemerkenswerteste Rückgang der Inflation war (wenig überraschend) bei den Energiepreisen zu verzeichnen, die im Monatsvergleich um 4,5 Prozent fielen. Die Lebensmittelinflation bleibt jedoch trotz der schwächeren Rohstoffpreise hartnäckig hoch. Die Lebensmittelpreise stiegen im Vormonat um 1,1 Prozent und haben sich damit seit Juni leicht beschleunigt. Insgesamt ging die Gesamtinflation in den USA von 9,1 Prozent im Juni auf 8,5 Prozent im Juli zurück. Sofern die Rohstoffpreise weiter nachgeben, dürfte der Höhepunkt der Gesamtinflation hinter uns liegen.

Fed vor weiteren überproportionalen Leitzinsanpassungen

Die kurzfristigen Inflationserwartungen haben sich zusammen mit den Lebensmittel- und Energiepreisen abgeschwächt. Trotz des Juli-Berichts sind wir jedoch der Meinung, dass die Fed weiterhin über mehrere grundlegende Inflationstrends besorgt sein wird. Die Jahresraten der Kerninflationsindikatoren (Cleveland Fed Trimmed Mean, New York Fed Underlying Inflation Gauge, Atlanta Fed Sticky Price Measure), die sich in der Vergangenheit tendenziell als gute Indikatoren für die künftige Inflation erwiesen haben, beschleunigten sich in den vergangenen Monaten, da der Inflationsdruck in allen Bereichen des Verbraucherpreiskorbs immer stärker und umfassender wird.

Noch besorgniserregender für die Fed ist die Tatsache, dass sich die Lohninflation in den USA von den niedrig entlohnten und gering qualifizierten Dienstleistungssektoren auf eine Reihe von Branchen, Berufen und Qualifikationsniveaus ausgeweitet hat. Diese Entwicklung zeigt sich trotz Rückgängen der Produktivität, was bedeutet, dass die Lohnstückkosten erheblich gestiegen sind – ein Umstand, den die Unternehmen wahrscheinlich durch Preiserhöhungen auszugleichen versuchen werden, um ihre Gewinnmargen aufrechtzuerhalten.

Die Aussichten auf eine Abschwächung der Inflation auf einen immer noch über dem Fed-Ziel liegenden Wert sollte die US-Notenbank veranlassen, die Geldpolitik so zu positionieren, dass sie die konjunkturelle Entwicklung weiter abkühlt. Vor diesem Hintergrund sind weitere überproportionale Anpassungen des Leitzinses angemessen: Nur so lässt sich sicherstellen, dass die US-Inflation gut auf dem Zielwert verankert ist.

Weitere Einschätzungen zur Inflation und zu den Leitzinsen finden Sie hier.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.