Pimcos Bill Gross pfeift auf US-Staatsanleihen

Zuletzt enthielt der Pimco Total Return noch US-Staatsanleihen für rund 28,6 Milliarden Dollar. Jetzt liegt die Cash-Quote des 237 Milliarden Dollar schweren Fonds bei 23 Prozent.

Bereits gestern brachte der amerikanische Finanzblog Zero Hedge die Nachricht über den Total-Ausstieg in den Umlauf, mittlerweile hat Pimco die neue Zusammensetzung des Fondsportfolios veröffentlicht.

Rentenpapst Gross reduziert bereits seit Monaten seinen Portfolioanteil der US-Staatsanleihen. In seinem aktuellen Marktausblick von Anfang März deutet er den finalen Schritt bereits an. „Wer soll US-Staatsanleihen kaufen, wenn es die Fed nicht mehr macht?“, fragt Gross. Rund 60 Prozent der US-Staatsanleihen, die länger als ein Jahr laufen, seien in Händen der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve, Fed) und fremder Staaten. Investoren aus privatwirtschaftlichen Märkten wie Versicherungen, Rentenfonds oder Banken gehörten, so Gross, nur noch 40 Prozent des 9-Billionen-Dollar-Kuchens. 70 Prozent der Anleihen der zweiten Runde der quantitativen Lockerung, über die die US-Regierung seit November 2010 weiteres Geld in den Markt pumpt, hat die Fed gekauft.

Kursrutsch voraus

Gross zweifelt zwar nicht, dass es auch künftig Käufer für US-Bonds geben wird, die Frage ist allerdings: Zu welchem Preis? Die Renditen für die Papiere hält Gross zurzeit für rund 150 Basispunkte (1,5 Prozentpunkte) zu niedrig – vor allem in Hinblick auf ein erwartetes Wirtschaftswachstum in den USA von 5 Prozent. Wenn Ende Juni das Programm der zweiten quantitativen Lockerung ausläuft, werden die noch künstlich niedrig gehaltenen Renditen wohl in die Höhe gehen müssen, um Investoren anzulocken.

Nur eine grobe Daumenrechnung: Sollten die Renditen für zehnjährige Papiere dann tatsächlich um 1,5 Prozentpunkte steigen, brächen deren Kurse um etwa 15 Prozent ein. Als Anleger ist man dann besser woanders.

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