Marcin Fiejka

Marcin Fiejka

Pioneer-Fondsmanager: Russland statt Japan, Gas statt Atomenergie

//
„Russland ist derzeit der attraktivste Aktienmarkt unter den Schwellenländern“, ist Marcin Fiejka überzeugt. Denn die politischen Unruhen in Nordafrika und dem Mittleren Osten haben in den vergangenen Monaten die Öl- und Gaspreise nach oben getrieben, was dem weltweit größten Energielieferanten zugute kommt.

„Gas wird zukünftig beim Energiemix eine größere Rolle spielen“

Russische Gasfirmen werden vom Wandel in der Energiepolitik in einigen Ländern nach dem Atomunfall in Japan profitieren, so der Osteuropa-Experte. „Aufgrund der Ereignisse in Japan wird Gas zukünftig beim Energiemix eine größere Rolle spielen".

Wer in den russischen Aktienmarkt einsteigen will, sollte jetzt zugreifen, meint der Fondsmanager. Denn russische Aktien sind derzeit sehr günstig bewertet. Im Vergleich zum durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis der Schwellenländer, der über die letzten zwölf Monate bei 11,5 liegt, haben russische Aktien einen KGV von lediglich 7,0.

Neben Schwergewichten wie Gazprom, an dem kaum ein in Russland investierender Manager vorbei kommt, setzt Fiejka auf kleine und mittlere Unternehmen aus dem Energiesektor. Zu seinen Favoriten zählen der Stahlrohrhersteller TMK sowie die Öldienstleister Cat Oil und Eurasia Drilling. Konsummarkt: 50 Prozent der Haushalte haben monatlich mindestens 500 US-Dollar zur Verfügung

Wer in Russland lediglich den Energiemarkt sieht, habe eine wichtige Entwicklung übersehen, so Fiejka weiter. Denn mit der starken Zunahme der Mittelschicht-Haushalte in den vergangenen Jahren nahmen auch die Konsumausgaben zu. „Während 2004 nur 20 Prozent der Bevölkerung über ein monatliches Nettoeinkommen von 500 US-Dollar verfügten, sind es heute 50 Prozent", sagt der Fondsmanager. Zudem seien die Zinsen niedrig und die Arbeitslosigkeit moderat.

Der einzige Wermutstropfen für russische Konsumwerte bleibt nach Angaben des Finanzexperten die Inflation, die seit dem vergangenen Sommer auf knapp 10 Prozent gestiegen ist.

Mehr zum Thema
CNN-Effekt: Unicredit-Chefvolkswirt über die Folgen der Japan-Katastrophe
Wir haben Post: Experten-Stimmen zur Japan-Katastrophe
Fondsliste: Wie viel Japan steckt in Fonds der DWS?
nach oben