Arzt zeigt dem Patienten die Röntgenaufnahme seines Rückens: GKV-Versicherte haben häufiger Erkrankungen wie Diabetes, Depressionen, Gelenkerkrankungen und chronische Rückenbeschwerden. | © Pexels Foto: Pexels

PKV abschaffen

Bis zu 10,6 Milliarden Euro mehr durch Bürgerversicherung

Würde man die PKV abschaffen und die Versicherten in die GKV aufnehmen, brächte das den Krankenkassen einen Mehrertrag zwischen 8,7 und 10,6 Milliarden Euro jährlich. Das zeigt eine repräsentative Studie des Iges-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Dieser Mehrertrag käme aufgrund höherer Einnahmen der Privatversicherten zustande. Diese lagen im Jahr 2016 mit durchschnittlich 37.858 Euro pro Versicherten 57 Prozent über denen der GKV-Versicherten (24.149 Euro).

PKV-Versicherten sind gesünder

Auch gesundheitlich stehen die PKV-Versicherten gut da. Denn sowohl die subjektive Einschätzung als auch die objektiven Merkmale in den Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) deuten auf einen schlechteren Gesundheitszustand der GKV-Versicherten im Vergleich zu den PKV-Versicherten hin. Obwohl die gesetzlich Versicherten im Jahr 2016 ein niedrigeres Durchschnittsalter (44,3 Jahre) aufwiesen als die privat Versicherten (47,4 Jahre), gab es in der GKV signifikant höhere Anteile an Versicherten mit Pflegebedürftigkeit, Erwerbsminderung beziehungsweise Schwerbehinderung und chronischen Erkrankungen als in der PKV.

Ebenfalls höher war der Anteil der GKV-Versicherten mit weit verbreiteten Erkrankungen wie Diabetes, Depressionen, Gelenkerkrankungen, chronischen Rückenbeschwerden und Schlafstörungen.

Obwohl die PKV-Versicherten sich im Schnitt einer besseren Gesundheit im Vergleich zu gleichaltrigen GKV-Mitgliedern erfreuen, geben sie insgesamt etwas mehr für medizinische Leistungen aus – selbst wenn man dabei die GKV-Sätze zugrunde legt. Das führen die Studienautoren jedoch auf den Umstand zurück, dass überdurchschnittlich viele PKV-Mitglieder zwischen 55 und 75 Jahren alt sind. In dieser Altersgruppe sind die Gesundheitsausgaben besonders hoch.

Würde man also die PKV-Versicherten in die GKV integrieren, hätten die Kassen zusätzliche Beitragseinnahmen in Höhe von 38,6 Milliarden Euro (+19 Prozent) pro Jahr. Dem stünden zusätzliche Ausgaben zwischen 28 und 29,9 Milliarden Euro (+14 beziehungsweise 15 Prozent) gegenüber. 

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