PKV: Alles halb so schlimm?

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Die Rating-Agentur Fitch hat den Ausblick für deutsche private Krankenversicherer (PKV) mit „stabil“ bewertet. In den kommenden 12 bis 18 Monaten werden sich die Herab- und Heraufstufungen bei einzelnen Anbietern in etwa ausgleichen, erwartet das Analysehaus. Zwar stünden die Unternehmen wegen der Gesundheitsreform unter Druck, sie seien aber gut genug aufgestellt, um die gesetzlichen Änderungen zu meistern.

Vor allem im ersten Halbjahr des kommenden Jahres könnte ein harter Konkurrenzkampf um Kunden entbrennen. Dann nämlich müssen die privaten Krankenversicherer einen Basistarif anbieten, der dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entspricht und den Höchstbeitrag der GKV von durchschnittlich 500 Euro nicht überschreitet. 

Innerhalb von sechs Monaten können freiwillig gesetzlich Versicherte in diesen Tarif wechseln. Wer schon vorher privat krankenversichert war, kann ebenfalls bis Mitte des Jahres in einen Basistarif bei seinem eigenen Versicherer oder einem anderen Anbieter wechseln. Neu ist auch, dass Kunden ihre sogenannten Altersrückstellungen bei einem Anbieterwechsel mitnehmen können. 

Der entscheidende Punkt ist nun, ob es eine bestimmte Mindestzeit geben wird, die der Kunde bei seinem neuen PKV-Anbieter bleiben muss. Das wird derzeit noch diskutiert. Gibt es diese „Mindestverweildauer“ nicht, wird es in der ersten Jahreshälfte 2009 „zu einem intensiven Wettbewerb kommen“, heißt es in der Marktstudie von Fitch. Gerade kleinere Unternehmen könnten dabei unter die Räder geraten, so die Analysten. 

Zum Hintergrund: Privatversicherte bilden sogenannte Alterungsrückstellungen, mit denen die Versicherer höhere Kosten im Alter glätten. Bisher konnten Versicherte bei einem Wechsel des Anbieters diese Rückstellungen nicht mitnehmen, sondern mussten sie neu aufbauen, was die Prämien erheblich verteuerte.

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