PKV: Bald Schluss mit den Höchstprovisionen

Nach den Informationen der Financial Times Deutschland werde in den Ministerien der Finanz und Justiz derzeit ein Gesetz entwickelt, dass die üblichen Vermittlungsprovisionen beim Vertragsabschluss deckeln soll. Zudem soll die Haftungsfrist des Vermittlers von zwei auf fünf Jahre deutlich ausgeweitet werden. Falls ein Versicherungskunde seinen Vertrag innerhalb dieses Zeitraums kündigt, muss der Vermittler seine Provision zurückzahlen.

Die Regierungsparteien reagieren damit auf vielfältige Kritik an zu hohen Abschlussprovisionen in der Branche der privaten Krankenversicherer und häufigen Umdeckungen. Die Union hatte bereits im Februar eine entsprechende Absicht bekräftigt.

Zuvor hatte Ende des vergangenen Jahres die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die herrschenden Zustände im Markt gerügt. Aus Profitstreben mancher Vermittler werde die Qualität bei der Beratung vernachlässigt, hieß es. Eine Gruppe private Krankenversicherer hatte sich an die Behörde gewandt, weil sie Imageeinbußen befürchtete.

Im Gespräch sei nun eine Obergrenze für Provisionen in Höhe von neun bis zwölf Monatsbeiträgen, meldet die FTD. Derzeit würden in der Spitze 14 bis 18 Monatsbeiträge gezahlt. Laut Information der Zeitung werde in Berlin nun eine Änderung des Versicherungsaufsichtsgesetzes geprüft. Im Gespräch sei auch eine Änderung des Handelsgesetzbuchs, der Gewerbeordnung und der Kalkulationsverordnung.

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