LinkedIn DAS INVESTMENT
Suche

Assekurata-Analyse Stimmungsaufschwung in der PKV: Zahnzusatz und bkV tragen das Geschäft

Senioren mit bester Stimmung
Gute Stimmung: Das Geschäft mit der Krankenzusatzversicherung läuft weiter gut, die Geschäftsaussichten sind hervorragend. Dafür schwächeln private Pflegezusatzversicherungen. | Foto: Imago images / Zoonar

Die Stimmung unter den Privaten Krankenversichern (PKV) ist für ihren Markt derzeit überraschend positiv. Das zumindest will die Ratingagentur Assekurata herausgefunden haben. Die Kölner hatten im Juni unter 15 PKV-Anbietern eine Umfrage zur aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen einzelner Produktarten durchgeführt. Laut Assekurata repräsentieren diese Versicherer gemessen an den vollversicherten Personen einen Marktanteil von ca. 75 Prozent. 

Stimmung für private Krankenvollversicherung verbessert  

Grundsätzlich bleibt das Marktumfeld für die PKV wegen zahlreicher Krisen und der Inflation auch nach Überwindung der Corona-Pandemie schwierig, wie Alexander Kraus, Senior-Analyst bei der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur in einem Blog-Beitrag schreibt. Trotzdem befindet sich sogar der aktuell geschäftlich eher stagnierende Bereich der Krankenvollversicherungen sowohl in Bezug auf die aktuelle Geschäftslage als auch auf die zukünftigen Geschäftserwartungen jeweils im positiven Bereich. Dies gilt laut Assekurata nicht nur für PKV-Versicherer, die hauptsächlich im weiterhin wachstumsstarken Bereich der Beihilfe tätig sind. Optimistisch sind auch die Anbieter, die im klassischen Normalgeschäft der Vollversicherung von Angestellten und Selbständigen ihre Hauptzielgruppe haben. 

Zahnzusatz- und betriebliche Krankenversicherung wachsen 

Im Bereich der Zusatzversicherungen erwiesen sich vor allem die Zahnzusatzversicherung und die betriebliche Krankenversicherung als Wachstumstreiber. Zweifellos keine neue Entwicklung, wie auch Autor Kraus betont. Allein zwischen 2012 und 2021 ist die Anzahl der versicherten Personen in der Zahnzusatzversicherung laut PKV-Verband um 30,9 Prozent beziehungsweise 4,3 Millionen Policen angestiegen. Mittlerweile haben ca. 18 Millionen Menschen in Deutschland eine solche Police. Darüber hinaus rücken nach Einschätzung der Befragten auch wieder die stationären Zusatzversicherungen verstärkt in den Fokus. 

Quelle: Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH

Hallo, Herr Kaiser!

Das ist schon ein paar Tage her. Mit unserem Newsletter „DAS INVESTMENT Versicherungen“ bleiben Sie auf dem neuesten Stand! Zweimal die Woche versorgen wir Sie mit News, Personalien und Trends aus der Assekuranz. Kostenlos und direkt in Ihr Postfach.

Am stärksten positiv bewerteten die Befragten Geschäftslage- und Geschäftserwartungen in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV). Hier hat sich die Anzahl der versicherten Personen seit 2016 auf rund 1,8 Millionen Kunden fast verdreifacht. Einen Wachstumsschub erlebt die Branche laut Assekurata seit Einführung der sogenannten Budgettarife, bei denen auch in diesem Jahr wieder vermehrte Produkteinführungen zu beobachten gewesen seien. Als weiteren möglichen positiven Effekt nennt die Ratingagentur die Anhebung der Freigrenze für Sachbezüge auf 50 Euro Anfang 2022. 

Miese Wachstumsaussichten in der privaten Pflegevorsorge

Sehr negativ hingegen ist das Stimmungsbild bezüglich der geförderten Pflegetagegeldversicherung („Pflege-Bahr“) und der Krankenhaustagegeldversicherung die von vielen Experten ohnehin als wenig sinnvolle Absicherung angesehen wird. Indes wichtiger für das Geschäft der Branche ist fraglos die private Pflegezusatzversicherung. Auch wenn Assekurata die Produktarten hier nicht nennt, dürften damit die Pflegetagegeldversicherung und die Pflegekostenversicherung gemeint sein. Hier liegen die Einschätzungen der befragten Unternehmen ebenfalls im negativen Bereich. 

 

Kraus sieht in dem weiterhin stagnierenden Geschäft Handlungsbedarf für die PKV-Anbieter. Ein Grund für die Kaufzurückhaltung könnten laut des Autors auch Verunsicherungen sowohl vermittler- als auch kundenseitig durch die verstärkte öffentliche Diskussion und etwaige grundlegenden Reformpläne sein. „Dennoch sollte die private Vorsorge auch nach neuen Reformen unerlässlich bleiben“, so sein Fazit. 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
PDF nur für Sie. Weitergabe? Fragen Sie uns.
Tipps der Redaktion