Bei Übernahme der Kosten einer ambulanten Psychotherapie können viele Versicherer noch nachbessern, zeigt die Assekurata-Studie. Foto: Jens Lumm / photocase.com

Bei Übernahme der Kosten einer ambulanten Psychotherapie können viele Versicherer noch nachbessern, zeigt die Assekurata-Studie. Foto: Jens Lumm / photocase.com

PKV-Studie: Luxus-Tarife leisten zum Teil unter GKV-Niveau

Kritiker haben an der privaten Krankenversicherung (PKV) oft bemängelt, dass viele Tarife etwa bei der ambulanten Psychotherapie, beim offenen Hilfskatalog und bei Entziehungskuren nicht mal das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erreichen. Statt der Leistung stand der Preis im Vordergrund.

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Das hat sich jetzt geändert, zeigt die aktuelle Assekurata-Studie. Für sie hat die Rating-Agentur Vollversicherungstarife von 25 Gesellschaften mit einem Marktanteil von 94,5 Prozent in den drei Segmenten Einsteiger-, Komfort- und Luxusschutz untersucht.

Ein Ergebnis: Die Versicherer haben die Leistungen zwar verbessert, „allerdings zeigt sich hier nach wie vor Luft nach oben“, sagt Guido Leber, Bereichsleiter Analyse. So reicht die Mehrzahl der untersuchten Tarife bei der ambulanten Psychotherapie, dem Hilfsmittelkatalog oder der Suchtentwöhnung immer noch nicht an das Leistungsniveau der GKV heran. Insbesondere prozentuale Eigenbeteiligungen bei der Psychotherapie seien hier noch Standard, bei den Entziehungsmaßnahmen gäbe es ebenfalls noch Einschränkungen.

Debeka auf Platz 1 Bester Versicherer im Test ist die Debeka. Ihr Komforttarif N NG erfüllt die Assekurata-Kriterien und damit mindestens das Leistungsniveau der GKV. Auf den weiteren Plätzen folgen die Alte Oldenburger mit der Tarifkombination A80/100 K20 KSZ 100/80 PVN, die als alleinige Einschränkung einen 20-prozentigen Eigenbehalt bei den Suchtentwöhnungen vom Versicherten verlangt sowie der Tarif AGIL Premium 0 der R+V Krankenversicherung. Die einzige Begrenzung hier ist der Verzicht auf die Rauchentwöhnung.

„Selbst im Luxussegement fand sich wiederum mit der Debeka nur eine Gesellschaft, die unseren Anforderungskatalog erfüllte“, so Leber. „Dies heißt, dass die Kunden in den untersuchten Bereichen auch hier noch Einschränkungen akzeptieren müssen, die zu einem Leistungsniveau unterhalb der GKV-Leistung führen.“ Insgesamt lässt sich für das Luxussegment aber feststellen, dass die PKV einen hochwertigen Krankenversicherungsschutz anbietet, der in vielen Leistungsmerkmalen das Niveau der GKV übersteigt.

Deutliche Preissteigerungen

Aufgrund der zum Teil deutlichen Leistungserweiterungen ist ein Preisvergleich zwischen Bisex- und Unisex-Tarifen nur eingeschränkt möglich. Im Komfortsegment konnte Assekurata die deutlichste Spannbreite bei den Preisveränderungen feststellen. Diese reicht von 3,69 bis 70,52 Prozent. Die durchschnittliche Preissteigerung bei  44 untersuchten Tarifen betrug hier 25,77 Prozent. Das Einsteigersegment weist mit 31,71 Prozent im Schnitt eine höhere und das Luxussegment mit 18,63 Prozent eine niedrigere Preissteigerung auf. 

Die Studie gibt es hier zum Download.

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