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Erstmals seit 2011
Kleines Plus in der PKV-Vollversicherung
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Erstmals seit 2011 Kleines Plus in der PKV-Vollversicherung

Thomas Brahm
Thomas Brahm ist seit Januar 2023 Vorsitzender des Verbands der Privaten Krankenversicherung. Zudem ist er Vorstandsvorsitzender der Debeka. | Foto: PKV-Verband

Erstmals seit dem Jahr 2011 hat sich der Versichertenbestand in der Vollversicherung der Privaten Krankenversicherung (PKV) wieder erhöht. Allerdings fiel das Plus trotz eines hohen Saldos von Wechslern aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit 400 bescheiden. So beläuft sich die Anzahl der Vollversicherten weiterhin auf 8,7 Millionen. Die Zahlen für abgelaufene Jahr präsentierte jetzt der Verband der Privaten Krankenversicherung im Vorfeld seines heutigen Verbandstags in Berlin.

166.300 Personen entschieden sich 2023 für einen Wechsel von der GKV in die PKV. Umgekehrt seien von der PKV – oft unfreiwillig, wie der Verband behauptet – 116.500 zur GKV gegangen. Der positive Saldo zu Gunsten der PKV fiel mit wechseln 49.800 Versicherte deutlich höher aus als 2022 (plus 30.300). Doch auch die Zahl der Abgänge und Sterbefälle stieg deutlich an. Damit wechselten das sechste Jahr in Folge wechseln mehr Menschen aus der GKV in die PKV umgekehrt, wie der Lobbyverband betont.

Die Gesamtzahl an Versicherungen in der PKV stieg im vergangenen Jahr um 432.700 auf 38,3 Millionen.  Zu verdanken ist das einem Zuwachs bei den Zusatzversicherungen. Ihr Bestand wuchs um 1,5 Prozent auf 29,6 Millionen. „Immer mehr Menschen nutzen die private Vorsorge, um das Leistungsniveau der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken“, sagte der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Thomas Brahm.

Viel Lob für das eigene System

Die Daten zeigten, dass sehr viele Menschen in die PKV wollen. Brahm. „Und jeder zusätzliche Privatversicherte verringert das Problem des demografischen Wandels, weil er von Anfang an eine finanzielle Vorsorge für das Alter mit aufbaut. Um die Sozialversicherung zu stabilisieren, brauchen wir mehr solche Kapitaldeckung. Denn die Finanzlage der umlagefinanzierten GKV wird durch die Demografie dramatisch verschärft. Da wäre es völlig falsch, durch ein Anheben der Versicherungspflichtgrenze den Zugang zur PKV massiv zu erschweren, wie es einige wollen. Wir brauchen mehr Wahlfreiheit für die Versicherten. Denn Wettbewerb zwischen GKV und PKV um die Versicherten ist eine Triebfeder für Qualität und Effizienz im Gesundheitswesen insgesamt.“ 

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Drastischer Anstieg der Leistungsausgaben

Die Beitragseinnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung wuchsen 2023 um 2,8 Prozent auf 48,4 Milliarden Euro. 42,6 Milliarden Euro (plus 1,5 Prozent) entfallen davon auf die Krankenversicherung sowie 5,8 Milliarden Euro (plus 13,4 Prozent) auf die Private Pflegepflichtversicherung, so der Verband. Doch dem entgegen stehen drastisch gestiegene Leistungsausgaben. Sie erhöhten sich um 8,1 Prozent auf 36,0 Milliarden Euro. Auf die Krankenversicherung entfallen davon 33,6 Milliarden Euro (plus 8,4 Prozent), auf die Pflegeversicherung 2,4 Milliarden Euro (plus 4,8 Prozent). Ein Thema, dass der Verband scheinbar klein halten möchte, denn zu den Hintergründen äußerte man sich in einer Pressemitteilung nicht. Doch eine Folge könnten stark steigende Beiträge sein.

Alterungsrückstellungen steigen weiter

Positiv ist dafür die Entwicklung bei den Alterungsrückstellungen. Hier legte die PKV 2023 um 4,3 Prozent auf insgesamt rund 328 Milliarden Euro zu. Mit diesem Geld sorgt die PKV nach eigenen Angaben dafür vor, dass im Alter der Bedarf an Gesundheitsleistungen steigt. Die steigenden Kosten würden nicht auf jüngere Generationen abgewälzt. Damit sei der überproportionale Beitrag der PKV zur Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens auch für die Zukunft gesichert.

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