Plan für die Hauptversammlung

Anleger wollen Deutsche-Bank-Spitze die Entlastung verweigern

//

Die in Karlsruhe ansässige Ivox veröffentlichte am Freitag einen Bericht, der an Kunden des Aktionärsinteressenvertreters versandt wurde und von Bloomberg eingesehen wurde. Darin heißt es, Aktionäre der Bank sollten Vorsicht walten lassen in ihrer Unterstüzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Ivox schließt sich damit zwei internationalen Investorenvereinigungen an, die mit dem jüngsten Kurs der Deutschen Bank unzufrieden sind und im Vorfeld der Hauptversammlun das Management kritisieren.

In dem Bericht ist die Rede von Gerichtsverfahren und Widersprüchlichkeiten in der Managementstrategie. Dies seien die Hauptgründe, warum den Managern wohl die Entlastung bei der Hauptversammlung verweigert werden solle.

Es sei fragwürdig, ob Risikomanagement, Compliance und Umsetzung der weitreichenden Governance-Prozesse angemessen seien und ob das Management in der Lage sei, die Gesellschaft angemessen zu führen, heißt es in dem Bericht weiter.

Die größte Bank Deutschlands hatte am 27. April nach sechsmonatiger Prüfung mitgeteilt, dass sie ihre Tochter Postbank teilweise verkaufen und die Investmentbank verkleinern werde. Die Aktie erlitt daraufhin den stärksten Verlust seit 15 Monaten. Investoren beklagten den Mangel an Details in den Verlautbarungen.

Gemäß einem Bericht, in den Bloomberg Einsicht nehmen konnte, empfiehlt Glass Lewis & Co., die Investoren im Abstimmungsverhalten bei Hauptversammlungen berät, den Aktionären Stimmenthaltung bei der Hauptversammlung.

Auch ISS Proxy Advisory Services ist gegen eine Entlastung des Managements, spricht sich aber für die Unterstützung des Aufsichtsrats aus, wie aus ihrem Bericht hervorgeht.

Deutsche-Bank-Sprecher Christian Streckert gab keinen Kommentar ab.

Die Empfehlungen von ISS und Glass Lewis hatte zuvor das Wall Street Journal gemeldet.

Mehr zum Thema
nach oben