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Anlagethema Kreislaufwirtschaft Mehr Regulierung soll Druck auf Kunststoffprodukte erhöhen

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Was sind die Lösungen?

Wir sind der Ansicht, dass die negative Verbraucherstimmung gegenüber Kunststoff und die Vielzahl bevorstehender Fristen für gesetzliche und freiwillige Ziele die Kosten für Unternehmen im Bereich Verbraucherprodukte erhöhen werden, insbesondere für jene, die nicht mit dem Tempo Schritt halten können. Die Kosten können in Form von höheren Preisaufschlägen für recycelten Kunststoff, Investitionen für die Umstellung von Verpackungslinien (zum Beispiel von flexiblem Kunststoff auf flexibles Papier) sowie Steuern und Gebühren zur Finanzierung von Investitionen in das Kunststoffrecycling, etwa durch erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR), anfallen.

Darüber hinaus konzentriert sich die Wirtschaft auf Lösungen wie die Substitution von Materialien, eine verbesserte Abfallsortierung und das chemische Recycling.

Substitution von Materialien

Die Substitution von Kunststoffverpackungen durch andere Materialien wird sich im weiteren Verlauf des Jahrzehnts wahrscheinlich beschleunigen – insbesondere bei schwer zu recycelnden Kunststoffen und Kunststoffen, die eine spezielle Recycling-Infrastruktur erfordern.

Es gibt mehrere Katalysatoren für diesen Wechsel:

Recycelbarkeit: Wenn die Recyclingquoten für Kunststoffe nicht steigen, verfehlen Kunststoffverpackungen die neuen Standards, was zu einer mangelnden Marktakzeptanz führt.

Preisgestaltung: Steuern auf neuen Kunststoff und EPR-Gebühren für Kunststoffverpackungen verringern das Preisgefälle zwischen Kunststoff und anderen Materialien.

Verfügbarkeit: Wenn recycelter Kunststoff weiterhin knapp ist, wird auf andere Produkte umgestiegen.

Stimmung: Die Stimmung der Verbraucher gegenüber Kunststoffverpackungen ist weiterhin negativ.

Der Trend zur Substitution wird wahrscheinlich Papier- und Zellstoff-, Aluminium- und Glasverpackungsherstellern zugutekommen. Wir erwarten, dass vor allem die Umstellung von Plastik- auf Papierverpackungen ein Wachstumsbereich sein wird. Bei dieser Umstellung müssen die Unternehmen allerdings andere potenziell negative Auswirkungen wie Abholzung, biologische Vielfalt und Wasserverschmutzung abmildern.

 

Investitionen in Sortiertechnologien

Die Steigerung der Kunststoffrecyclingquoten hängt von einer Änderung des Verbraucherverhaltens sowie von einer verbesserten Sortierung und Sammlung ab. Die Recyclingquoten in den USA sind nach wie vor niedrig – sie belaufen sich auf etwa 21 Prozent, wie die Initiative The Recycling Partnership Ende Januar 2024 berichtete, wobei der Prozentsatz des tatsächlich in neue Produkte recycelten Materials noch niedriger ist. Das dürfte sich jedoch allmählich ändern, da Maßnahmen wie EPR in mehr US-Bundesstaaten zur Finanzierung einer besseren Recycling-Infrastruktur beitragen. Das US-Unternehmen Republic Services kündigte Investitionen in mehrere „Polymer-Zentren“ an, die sich auf die hochwertige Sortierung von Kunststoffabfällen konzentrieren, was zu einer verbesserten Materialqualität und besseren Wirtschaftlichkeit führen dürfte.

Selbst in Ländern mit höheren Recyclingquoten sind Investitionen in die Sortierung erforderlich. Mit Blick auf Großbritannien wies Veolia darauf hin, dass zur Erreichung von 50 Prozent recyceltem Kunststoff in Verpackungen zehn neue Kunststoffsortieranlagen und bis zu 30 weitere Recyclinganlagen erforderlich sind (Veolia, Bericht „Ressourcen der Zukunft“, März 2024). Zunehmende Investitionen in die Automatisierung und Sortierung, zum Beispiel durch die von dem norwegischen Anbieter für Leergut-Rücknahmelösungen Tomra angebotenen Maschinen, werden wichtig sein, um die Wirtschaftlichkeit des Recyclings zu verbessern und höhere Recyclingquoten zu erreichen.

Chemisches Recycling

Die geringe Verfügbarkeit von recyceltem Kunststoff in Lebensmittelqualität in Verbindung mit großen Mengen an nicht recycelbaren Kunststoffabfällen (zum Beispiel aufgrund von Farbstoffen oder Verunreinigungen) lenkt die Aufmerksamkeit auf chemische Recyclingtechnologien, die das Potenzial haben, beide Herausforderungen zu bewältigen. Chemisches Recycling ist eine Gruppe verschiedener Recyclingverfahren wie Methanolyse, Pyrolyse und enzymatische Hydrolyse. Im Gegensatz zum werkstofflichen Recycling, bei dem die Materialien gewaschen, zerkleinert, geschmolzen und zu Harz umgeformt werden, kommen beim chemischen Recycling intensivere Verfahren zum Einsatz, um Kunststoffabfälle bis auf Monomerebene oder zu Pyrolyseöl aufzuspalten, ein petrochemischer Ausgangsstoff, der weiterverarbeitet und als Ersatz für Naphtha bei der Produktion neuer Kunststoffe verwendet werden kann.

Chemische Recyclingtechnologien sind eine Schlüsselkomponente der Strategien, mit denen globale Chemieunternehmen auf die Forderungen ihrer Kunden nach einer kreislauforientierten Produktion und recyceltem Kunststoff reagieren.

Das chemische Recycling ist zwar vielversprechend, aber auch nicht frei von Herausforderungen. Es bedarf weiterer klarer gesetzlicher Regelungen und einer Konzentration auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen bei einigen Formen des chemischen Recyclings wie der Pyrolyse. Eine kürzlich von der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU durchgeführte Analyse hat gezeigt, dass die Pyrolyse im Vergleich zum mechanischen Recycling und anderen chemischen Recyclingtechnologien auf Lebenszyklusbasis höhere Emissionen verursacht. Neuere Innovationen wie die mikrowellenunterstützte Pyrolyse und die hydrothermale Pyrolyse könnten Chancen bieten, um die Emissionen zu reduzieren.

Klarheit über die politische Unterstützung für chemisches Recycling würde auch die Verbreitung dieser Technologien fördern – einschließlich der Unterstützung eines „Massenbilanz“-Ansatzes zur Berücksichtigung von recyceltem Kunststoff im Produktionsmix der Unternehmen und bei der Produktkennzeichnung sowie der Klärung der Frage, ob chemisch recyceltes Material auf die Recyclingziele in der EU angerechnet werden kann.

Trotz der Herausforderungen gibt es Fortschritte. So hat beispielsweise das US-Unternehmen Eastman jüngst damit begonnen, in seinem Werk im US-Bundesstaat Tennessee ein „molekulares Recyclingverfahren“ umsetzen. Schwer zu recycelnde Kunststoffabfälle durchlaufen einen Depolymerisierungsprozess, um aus ihnen neue Polymere für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt zu gewinnen.

Schlussfolgerung

Zweifellos liegen noch zahlreiche Hindernisse vor der Kunststoffbranche – und diese sind angesichts der bisherigen langsamen Fortschritte bei der Bewältigung der Kunststoffproblematik nicht zu unterschätzen. Die Jahre 2024 und 2025 könnten jedoch den Beginn eines Wandels hin zu mehr greifbaren Erfolgen markieren. Die Kunststoffwende wird sowohl die Risiken als auch die Chancen erhöhen, mit denen sich Unternehmen und Investoren auseinandersetzen müssen.

 

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