Pleite-Wahrscheinlichkeit 36 Prozent: Bankenaufsicht simuliert Griechen-Ausfall

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Die europäische Bankenaufsicht EBA scheint sich die Kritik an ihrem Banken-Stresstest zu Herzen genommen zu haben. Nachdem Experten die im Frühjahr aufgestellten Kriterien als zu lax kritisiert hatten, verschärft die Behörde die Rahmenbedingungen für ihren zweiten Test. Die teilnehmenden Banken sollen nun eine Pleite Griechenlands und den damit verbundenen Ausfall griechischer Staatspapiere in ihre Simulationen mit einbeziehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland bankrottgeht, beziffert die EBA dabei auf 36 Prozent. Wie die Behörde auf diesen Wert kommt, ist bislang nicht bekannt.

Der Stresstest soll zeigen, ob die Banken genügend Kapital haben, um mit unterschiedlichen Krisensituationen fertigzuwerden. Im Test spielen sie unterschiedliche Worst-Case-Szenarien durch. Die Ergebnisse sollen Mitte Juli veröffentlicht werden. Insgesamt nehmen 90 Banken – davon 13 deutsche – am Stresstest teil.

Medienberichte bezeichnen den neuen Test als politisch hochbrisant. Schließlich gestehe die Behörde damit, dass sie tatsächlich mit der Zahlungsunfähigkeit eines EU-Staates rechnet – ein Szenario, das die europäischen Politiker auf jeden Fall vermeiden wollten.  

Für die Finanzmärkte ist die drohende Griechenland-Pleite indes nichts Neues. „Griechenland ist zahlungsunfähig“, erklärte zum Beispiel Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees der französischen Fondsboutique Carmignac Gestion, vergangene Woche.

Die aktuelle Auswertung des Frankfurter Ranking-Institutes Firstfive zeigt zudem, dass die Verwalter ihr Griechenland-Engagement weiter zurückfahren.

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