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Plutos-Fondsmanager über Edelmetall „Solange war Platin noch nie unterbewertet“

Von  | Gastautor
Aktualisiert am:

Platin gehört zu den wertvollsten Edelmetallen der Welt und gilt manchen als edelstes Material in der Schmuckindustrie. Es ist nicht nur selten, sondern auch teuer in der Herstellung. Eine ertragreiche Platin-Mine fördert etwa 4 bis 6 Gramm Platin, wohingegen bei Gold 15 bis 20 Gramm keine Seltenheit sind. Die jährliche Fördermenge liegt mit etwa 200 Tonnen ebenfalls deutlich unter der von Gold (2.500 Tonnen).

Michael Scholtis
Bild: Plutos Vermögensverwaltung

Auch der Aufbereitungs- und Veredelungsprozess ist aufwändig und verhältnismäßig kostspielig. Kein Wunder, dass Vermögende auf Schmuck aus Platin statt Gold und Silber setzen, wenn sie sich etwas Besonderes gönnen wollen. Das edle Metall ähnelt vom Farbton Weißgold, gilt außerdem als hypoallergen und verändert seine Farbe nicht.

Preisentwicklung von Gold und Platin nicht gleichlaufend

Anders als Gold kommt Platin in der industriellen Verarbeitung eine größere Bedeutung zu. Nur etwa 35 Prozent des geförderten Marktvolumens wird von der Schmuckindustrie nachgefragt, der Rest wird industriell verarbeitet, zum Beispiel in der Elektronik und der Chemieindustrie. Zu den bekanntesten Verwendungen zählen Leiterplatten (Computerplatinen), EDV-Speicher und Katalysatoren für Dieselmotoren. Etwa 40 Prozent des geförderten Marktvolumens wird für deren Produktion verwendet.

Aufgrund der hohen Nachfragenanteils in der Industrie werden Platinangebot und -nachfrage von zusätzlichen Faktoren bestimmt, die die Preise beeinflussen. Auch die regionale Abhängigkeit beim Abbau gehört dazu. Etwa 75 Prozent der Platinförderung findet in Afrika statt, was zum Beispiel im Falle von Streiks und Förderengpässen zu Preisschwankungen führen kann.

Historisch liegt der Platinpreis in der Regel über dem Goldpreis, doch seit 2015 hat sich das Verhältnis umgekehrt. Das ist die längste Zeitspanne seit 1900. Ein Gramm Platin ist derzeit etwa 26 Euro wert, ein Gramm Gold etwa 43 Euro. Grund dafür sind auch die Negativschlagzeilen über die Schadstoffemissionen bei Dieselmotoren, der Absatz von Dieselfahrzeugen ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Auch die sinkende Schmucknachfrage aus China trug zum Preisabschwung bei. Die Krise in der Autoindustrie sorgt dafür, dass der Platinpreis den sprunghaften Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr nicht mitgemacht hat.

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