Point72

Hedgefonds-Ikone lockert Entlassungspolitik

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Die Praxis, bekannt als “Down & Out” ("Runter & Raus") wird abgeschafft, weil die Portfolio-Manager besser im Umgang mit Risiken geworden sind, wie aus einem internen Rundschreiben an Mitarbeiter von Point72 hervorgeht. Die Firma verwaltet das private Vermögen des Milliardärs, nachdem dieser im vergangenen Jahr SAC geschlossen hatte.

Aus Marketing-Dokumenten geht hervor, dass Cohen zuvor das Vermögen, welches ein Manager verwaltet, beschnitt, sobald das Portfolio gegenüber dem Hoch um 5 Prozent gefallen war. Bei einem Anstieg der Verluste auf 10 Prozent wurden die Mitarbeiter bei seiner Firma aus Stamford, Connecticut, nahe New York City, dann vor die Tür gesetzt.

Point72 verwaltet rund 11 Milliarden Dollar. Nach Angaben der Firma wurden wegen der Regelung in den vergangenen fünf Jahren nur zwei Manager gefeuert.

Das Ende der Regel ist nur eine von vielen Veränderungen bei dem Unternehmen, mit dem es versucht, sein Image nach einer Untersuchung zu Insiderhandels-Vorwürfen aufzubessern. Die Vorgängerfirma SAC hatte sich 2013 des Wertpapier-Betrugs für schuldig bekannt. Im Rahmen einer Vereinbarung mit Ermittlern zahlte sie zudem die Rekordsumme von 1,8 Milliarden Dollar.

Seit dem Jahr 2010 wurden weniger als zehn Prozent der Vermögensverwalter, die das Unternehmen innerhalb ihres ersten Jahres wieder verließen, aufgrund ihrer Leistung entlassen. Das sagt Mark Herr, ein Sprecher der Firma, im Interview mit Bloomberg News. Und in der Gruppe derjenigen, die fünf Jahre bei Cohen in den Diensten standen, seien lediglich 15 Prozent aufgrund ihrer Leistung von Bord gegangen.

Laut Herr ist das durchschnittliche Anstellungsverhältnis von Mitarbeitern, die Aktien-Investments auswählen, auf siebeneinhalb Jahre angestiegen. Damit habe sich die Zeit seit 2008 verdoppelt.

“Der Mythos, dass man innerhalb der ersten Monate, nachdem man hier angefangen hat, gefeuert wird, ist nicht richtig”, sagt Herr in dem Gespräch mit Bloomberg News weiter. “Wer lange Zeit keine gute Leistung bringt, ja, der wird sich wohl nach einem neuen Job umsehen müssen.”

Point72 hatte in diesem Jahr den Start einer Webseite bekanntgegeben, mit der neue potenzielle Mitarbeiter angelockt werden sollen - inklusive Personen, die gerade mit ihrer Uni fertig geworden sind.

Das Unternehmen beschäftigt unterm Strich rund 855 Mitarbeiter. Rund 100 davon sind Vermögensverwalter. Herr zufolge arbeiten 60 Prozent seit mindestens fünf Jahren für Cohen. Und 20 Prozent seien seit mindestens zehn Jahren an Bord.

Rund 75 Prozent der Vermögensverwalter von Point72 sind laut Herr von Nachwuchspositionen auf andere Stellen befördert und intern gefördert worden.

Ermittler hatten SAC als “wahrhaften Magneten für Markt- Betrüger” bezeichnet. Die Hedgefondsfirma sei Teil eines Insiderhandel-Netzwerkes gewesen, das für mehr als ein Jahrzehnt existiert habe.

Nach den Untersuchungen hörte SAC im vergangenen Jahr damit auf, Geld von außenstehenden Kunden zu verwalten und konzentrierte sich stattdessen auf das Vermögen von Cohen. Später wurde der Name der Firma in Point72 abgeändert.

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