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Pokertisch statt Knast: Finanzbetrüger spielt um seine Freiheit

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Dem ehemaligen Börsenmakler aus New Mexico Samuel McMaster Jr., der Wertpapierbetrug in 26 Fällen zugegeben hat, drohen bis zu zwölf Jahre Haft. Nun hat die Staatsanwältin Phyllis Bowman einem Deal zugestimmt, der es McMaster erlaubt die Strafe zu verringern oder sogar zu umgehen. Dazu muss er seinen mehr als 20 Opfern insgesamt 444.000 US-Dollar zurückzahlen.

Die Verurteilung wurde um sechs Monate verschoben. Um seinen guten Willen zu beweisen, muss McMaster in dieser Zeit monatlich 7.500 Dollar zurückzahlen. Gerät er mit mindestens zwei Zahlungen in Verzug, drohen ihm bis zu zwölf Jahre Gefängnis. Wird er alle Zahlungen leisten, fällt die Strafe, die er nach Ablauf der sechs Monate erhält, voraussichtlich deutlich geringer aus.

Der Haken an der Sache: Da der Finanzbetrüger seine Broker-Zulassung verloren und auch keinen anderen Beruf gelernt hat, verfügt er über kein regelmäßiges Einkommen. Um an das Geld zu kommen will der 59-Jährige auf seine nunmehr einzige Einkommensquelle – das Pokerspiel – zurückgreifen.

Die Justiz hat nichts dagegen. Der Amtsrichter Ross Sanchez aus New Mexico erlaubt McMaster den Staat zu verlassen, um an Pokerturnieren teilzunehmen. Diese Erlaubnis hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch nichts mit McMasters Beruf zu tun. Der Entscheidung lägen vielmehr allein die Sicherheitsüberlegungen zu Grunde, so Bowman. Schließlich gehe von dem Finanzbetrüger keine Gefahr für die Bevölkerung aus.

Ob der leidenschaftliche Pokerspieler das Geld wird auftreiben können ist indes fraglich. Wie der Poker-Experte Andrew Feldman gegenüber dem Nachrichtenportal ABC News erklärte, hatte McMaster seit 2008 keine nennenswerten Poker-Erfolge erzielt.

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