Frank Alexander de Boer

Frank Alexander de Boer

Policenhandel: Cash-Life mit Gewinn

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„Das Ergebnis im ersten Halbjahr 2009 zeigt, dass unsere Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen notwendig waren und sich bewährt haben“, sagt de Boer. Im vergangenen Jahr hatte sich der Zweitmarktpionier von unrentablen Geschäftsfeldern getrennt und Mitarbeiter entlassen. So habe man die operativen Kosten gegenüber dem ersten Halbjahr weiter senken können. Laut de Boer haben sich aber auch die Voraussetzungen für Investitionen in gebrauchte Lebensversicherungen in diesem Jahr verbessert: „Die Attraktivität der Assetklasse hat durch das Niedrigzinsumfeld bei relativ stabiler Renditeentwicklung der Policen deutlich zugenommen“, so der Vorstandsvorsitzende. „Die Senkung der Geld- und Kapitalmarktsätze kombiniert mit unserer selektiven Ankaufpolitik hat den Arbitrage-Spielraum erweitert, sodass derzeit auch im Anlagebestand substanzielle Margen erzielt werden und wir dementsprechend das Ziel haben, Policen zuzukaufen“, so de Boer weiter. Ganz leicht sei das derzeit allerdings nicht. Zu zögerlich vergäben die Banken noch Kredite. Zu schaffen macht dem Zweitmarkt generell und auch Cash-Life zudem die nur schleppende Nachfrage nach Policen seitens einiger Emittenten geschlossener Fonds. So zeige die frühzeitige Auflösung der Policen-Fonds von König & Cie. im vergangenen Jahr sowie die Kündigung der Service- und Verwaltungsverträge durch zwölf Policen­zweitmarkt­fonds des Emissionshauses MPC Capital, dass es richtig sei, unabhängiger  von diesem Marktsegment zu werden, so de Boer. Die nächsten Schritte des Unternehmens zielten nun darauf, neue profitable Geschäftsfelder zu erschließen, sowie bereits gut laufende Sparten zu erweitern. Dazu gehört zum Beispiel das Policendarlehen. Cash-Life möchte die Produktpalette in diesem Bereich erweitern und die vermittelte Darlehenssumme im zweiten Halbjahr erhöhen.

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