Börse in Frankfurt Foto: imago images / Westend61

Als Teil der Rente

Politik muss Sparpläne mit Aktien fördern

Knapp 54 Prozent der Geringverdiener mit einem Bruttolohn von weniger als 1.500 Euro pro Monat haben weder eine betriebliche noch eine private Altersvorsorge. Seit 2016 hat sich dieser Anteil um 7 Prozent erhöht. Das geht aus dem Alterssicherungsbericht 2020 hervor, den das Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht hat. Demnach bauen mehr als 2 Millionen Geringverdiener ausschließlich auf die gesetzliche Rente. 70 Prozent sind Frauen.

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) fordert nun die Politik auf, bei einer Rentenreform auf Aktiensparen zu setzen. „Eine Rentenreform, die das Ansparen mit Aktien in der breiten Bevölkerung stärkt, wäre ein echter Fortschritt für die Rente, vor allem für Menschen mit geringem Einkommen“, sagt Christine Bortenlänger, geschäftsführende Vorständin des Verbands. Parteien, die es mit einer auskömmlichen Rente im Alter ernst meinten, müssten sich des Themas für die Bundestagswahl annehmen. Bei einem verpflichtenden Ansparverfahren mit der Möglichkeit des Widerspruchs würde die Zahl der Betriebsrenten zum Wohle der Mitarbeiter deutlich ansteigen, so Bortenlänger weiter.

Vorbild Großbritannien

Ein Beispiel für den Erfolg eines solchen Konzepts sei  Großbritannien. Dort wurde bei der betrieblichen Altersvorsorge die Widerspruchslösung eingeführt. Innerhalb von drei Jahren stieg der Anteil der Menschen, die eine Betriebsrente aufbauen, den Angaben zufolge um etwa zehn Millionen.

Dass sich das Ansparverfahren mit Aktien lohne, zeige zudem ein Beispiel. Eine Angestellte, die 1977 begonnen hat, monatlich 25 Euro in eine breitgestreute Aktienanlage wie einen DAX-ETF anzulegen, habe Ende des vergangenen Jahres ein Vermögen von etwa 103.000 Euro angespart. Die eingesetzten 12.600 Euro hätten über einen Zeitraum von 42 Jahren einen Ertrag von 90.000 Euro erwirtschaftet, rechnet das DAI vor.

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