Pools, Maklerverbünde und Co.

So richten Makler-Dienstleister aktuell ihr Geschäft aus

Zunehmend digitale Prozesse und eine schärfer werdende Regulierung wirken sich nicht nur auf Vermittler aus. Sie berühren auch das Geschäft der für sie tätigen Makler-Dienstleister. Die Hamburger Kommunikationsagentur Brunotte Konzept hat sich gemeinsam mit Strategieberater Michael Franke angesehen, wie sich die hierzulande tätigen Maklerpools, Vermittlerverbünde und Servicedienstleister unter den aktuellen Bedingungen am Markt positionieren.

Laut der Umfrage unter 30 hiesigen Unternehmen bezeichnet sich nur noch jedes vierte Haus als reinen Maklerpool. 37 Prozent sehen sich dagegen als Maklerverbund, also als Zusammenschluss von gleichrangigen Maklern. 30 Prozent würden sich auch „Technologieplattform“ nennen.

Bei den Tätigkeitsfeldern fällt auf: Die meisten Pools, Verbünde und sonstigen Makler-Dienstleister setzen stark aufs Gewerbegeschäft – neun von zehn Anbietern haben ein solches Angebot im Programm. Auch den Bereich Komposit-Versicherungen  (Sach-, Haftpflicht-, Unfall-, Kfz- und Rechtsschutzversicherung, genannt SHUKR) decken die befragten Häuser fast ausnahmslos ab.

Der Fokus auf den Sach- und Gewerbebereich habe sich verstärkt, beobachten die Studienautoren – mit Blick auf eine Vorgängerstudie von 2014. Die Entwicklung sei „nicht zuletzt ausgelöst durch Restriktionen bei der Krankenversicherungs-Courtage sowie Konsequenzen aus dem Lebensversicherungsreformgesetz LVRG (´Provisionsdeckel´)“.

Begehrte Partner

Gefragte Vertriebspartner bei Maklerpools und Verbünden sind vor allem Versicherungsmakler mit einer eigener Tätigkeitslizenz nach Paragraf 34d, fand die Studie weiterhin heraus. Ausnahmslos alle Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, wollen dieses Vermittlersegment ansprechen. Aber auch ganze Vertriebe als Partner stehen klar im Visier der Häuser.

Deutlich in der Gunst von Makler-Dienstleistern gestiegen – gegenüber der Befragung fünf Jahre zuvor – sind ehemalige Ausschließlichkeitsvermittler, betonen die Studienautoren.

Die Beobachtung korrespondiert mit Daten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Dessen quartalsweise veröffentlichte Vermittlerstatistik verzeichnet einen anhaltenden Schwund vor allem bei gebundenen Versicherungsvertretern. Viele dieser Marktteilnehmer wechseln aktuell in den Maklerstatus.

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