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Wollen zukünftig eng zusammenarbeiten: Lars Drückhammer, Oliver Pradetto (beide Blau Direkt) und Sven Burkart (Wifo), von links.  | © Blau Direkt/Wifo Foto: Blau Direkt/Wifo

Poolverbund

Blau Direkt und Wifo wollen gemeinsame Sache machen

Die Maklerpools Blau Direkt und Wifo wollen sich zusammenschließen – auf organisatorischer Ebene. Beide Seiten streben eine Zusammenarbeit in einem so bezeichneten Poolverbund an. Durch das Zusammenlegen der Kräfte würden die „gegenseitigen Stärken genutzt, Schwächen durch die Leistungsfähigkeit des Partners kompensiert und gleichzeitig Kräfte in Einkauf und IT-Innovation gebündelt“, verspricht man sich bei Blau Direkt von der Kooperation.

Rechtlich wollen beide Unternehmen allerdings auch in Zukunft eigenständig bleiben, die Eigentümerstruktur soll erhalten bleiben. „Ich sehe unseren Zusammenschluss eher als eine moderne Variante nach dem Vorbild der EU“, erläutert Blau-Direkt-Chef Lars Drückhammer. In der Vergangenheit sei man ähnliche Kooperationen mit den Maklerdienstleistern Arisecur, Insuro und Finanz-Zirkel eingegangen.

Am neuen Blau-Direkt-Partner Wifo gefällt Drückhammer: „Wifo hat extrem leistungsfähige Deckungskonzepte im Gewerbe-Bereich. Unsere Maklerpartner haben damit praktisch per sofort Zugriff auf völlig neue Kundengruppen.“ Wifo solle darüber hinaus die Abwicklung von biometrischen Lebensversicherungsprodukten für die Partner übernehmen.

Auch das Thema betriebliche Altersvorsorge (bAV) wollen Blau Direkt und Wifo gemeinschaftlich in Angriff nehmen – nicht zuletzt durch Einsatz einer neuen Online-Beratungssoftware, die Wifo in die Partnerschaft einbringt.

Neuer "Marktriese"

Die Wifo-Geschäftsführer Sven Burkart und Christian Wetze freuen sich ebenso über den Zusammengang: „Mit Blau Direkt gewinnen wir eine Leistungsfähigkeit in der IT, mit der wir unsere Partner sofort auf das marktführende Niveau heben können.“

Der Zusammengang soll sich bereits im laufenden Jahr deutlich auszahlen. Für 2020 streben beide Pools einen gemeinsamen Provisionsumsatz von rund 110 Millionen Euro im Versicherungsvertrieb an. Man wolle als Poolverbund neuer „Marktriese“ werden. Weitere Pools oder Finanzvertriebe seien als Kooperationspartner willkommen.

Den Zusammengang mit Wifo will Oliver Pradetto, operativer Chef bei Blau Direkt, gleichzeitig als Angriff auf einen Wettbewerber verstanden wissen. Gemeint ist offenbar der Münchner Maklerpool Fonds Finanz. Pradetto kündigt an: Mit der verstärkten Einkaufskraft strebe man an, günstigere Konditionen bei Versicherungsunternehmen zu erwirken und so „die gravierenden Handelsnachteile gegenüber dem aktuellen Marktführer aus München auszugleichen“.

Die Kampfansage gilt nicht allein dem Pool-Mitbewerber. Vielmehr nimmt Pradetto auch Digitaldienstleister und Versicherungsunternehmen selbst ins Visier: „Versicherer, Insurtech und internationale IT-Konzerne bemühen sich darum, mit der Digitalisierung immer weitere Teile der Wertschöpfungskette durch Technologie zu übernehmen. Dazu zählt vor allem auch der Vermittler selbst. Wenn wir wollen, dass unsere Vermittler im Spiel bleiben, müssen wir in Führung bleiben und unsere Technik zwischen Produktgebern und Konsumenten unersetzbar platzieren.“

Die Herausforderungen, denen man angesichts der Digitalisierung gegenüberstehe, könnten einzelne Pools und Vertriebe nicht alleine stemmen, so Pradetto. Kooperationen seien daher „eine notwendige und überlebenswichtige Konsequenz“.

Blau Direkt steht gemäß dem jüngsten Maklerpool-Ranking des Finanzmagazins Cash, das die Provisionserlöse der Häuser vergleicht, mit knapp 48 Millionen Euro deutschlandweit an achter Stelle. Partner Wifo bringt es mit 17 Millionen Euro auf Platz 14. Marktführer Fonds Finanz liegt dagegen mit 156 Millionen Euro Provisionserlösen mit einigem Abstand vorn – die Zahlen messen das Ergebnis von 2018.

Eine Konsolidierung unter deutschen Maklerpools und Finanzvertrieben ist bereits seit Längerem in der Branche ein Thema. Im vergangenen April übernahmen die Wiesbadener Jung, DMS & Cie. den Maklerpool Komm. Eine angekündigte Fusion mit einem größeren Wettbewerber wurde dagegen auf Eis gelegt. Statt Megafusionen lassen sich hierzulande bislang vor allem Übernahmen und Kooperationen von Pools mit spezialisierten Digitaldienstleistern beobachten.

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