Portfoliomanager des Skagen Global Wieso investieren Sie aktuell so stark in Großbritannien, Herr Gezelius?

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Charakterisieren Sie bitte kurz die britischen Unternehmen, in die Sie aktuell investiert haben.

Gezelius: Im Skagen Global sind aktuell 13 Prozent der Mittel in drei börsennotierten britischen Unternehmen angelegt. Die beiden größten Positionen sind die Versicherer Hiscox mit 4,9 Prozent und Beazley mit 4, 8 Prozent. Beide sind gut gerüstet, um jeden Übergang zu meistern. Das erwartet man eigentlich auch von Unternehmen, die Lebensrisiken analysieren. Hiscox ist ein globaler Versicherer, der rund 18 Prozent seines Gewinns in Großbritannien und 12 Prozent in Westeuropa erwirtschaftet. Beazley erwirtschaftet nur 4 Prozent der Prämieneinnahmen in der EU, scheint aber ebenso gut vorbereitet zu sein. Man plant mit unterschiedlichen Szenarien: einem harten Brexit, einer Übergangsregelung oder auch dem Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU - was derzeit immer wahrscheinlicher wird. Beide Versicherer haben europäische Büros eingerichtet. Risiken, die den Europäischen Wirtschaftsraum betreffen, sichern sie über das neu eröffnete Brüsseler Büro von Lloyd’s ab. Wir haben die Management-Teams getroffen und glauben, dass beide Unternehmen langfristig interessante Investments sind - unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.         

Und Ihr dritter britischer Titel im Skagen Global? 

Gezelius: Das restliche Engagement stammt von der Verlagsgruppe RELX. Es ist die siebtgrößte Position und macht 3,3 Prozent des Portfolios aus. RELX erwirtschaftet rund ein Viertel seiner Einnahmen in Europa, davon 7 Prozent in Großbritannien. Finanzvorstand Nick Luff sagte kürzlich, dass er kaum Probleme durch einen Brexit erwarte. Sein Unternehmen ist sowohl in London als auch in Amsterdam gelistet. Im vergangenen Jahr wurde sogar entschieden, den Hauptsitz ins Vereinigte Königreich zu verlegen.

Wie gehen Sie mit dem Währungsrisiko um?

Gezelius: Wir sind langfristig orientierte Anleger. Unserer Ansicht nach ist der Versuch, das Währungsrisiko abzusichern, in der Regel nicht nur exorbitant teuer. Er ist auch nutzlos, denn die zugrunde liegenden Cashflows für unsere Unternehmen stammen in der Regel aus vielen verschiedenen Ländern der Welt. Gewinner wären hier vor allem die Finanzintermediäre, die Währungsabsicherungen verkaufen – auf Kosten der Anlageergebnisse unserer Kunden. Daher haben wir entschieden, von dieser Maßnahme keinen Gebrauch zu machen.