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Postkarte aus Yangon Das bringt die Börsenöffnung in Myanmar Anlegern

Myanmar: Eröffnungstag der ersten Filiale von Kentucky Fried Chicken, Foto: Stefan Böttcher
Myanmar: Eröffnungstag der ersten Filiale von Kentucky Fried Chicken, Foto: Stefan Böttcher
Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder nach Myanmar (Birma) begeben. Es sollte ein besonderer Besuch werden, denn es war das erste Mal, dass wir uns mit Vertretern der lokalen Börse und mit einigen potenziellen Börsenkandidaten treffen konnten.

Der Anlass: Im Dezember öffnet die Börse in Yangon ihre Türen. Anfangs sollen die Aktien von fünf Unternehmen gehandelt werden. Mittelfristig könnte sich hier ein reger Kapitalmarkt entwickeln, denn es gibt bereits etwa 200 Unternehmen, deren Aktien außerbörslich gehandelt werden. Die Börse ist ein Joint Venture zwischen der Staatsbank Myanmar Economic Bank und der Japan Stock Exchange und der japanischen Investmentbank Daiwa.

Sule Pagoda, Yangon/Myanmar

Myanmar, einst eine führende Volkswirtschaft in Südost-Asien befindet sich seit etwa vier Jahren im Umbruch. Nach über 50 Jahren Kriegsrecht ist das Militär weiterhin tief in den Institutionen verankert. So sieht beispielsweise das Gesetz vor, dass dem Militär grundsätzlich 25 Prozent der Parlamentssitze garantiert sind.

Trotzdem erwarten wir weitere politische Veränderungen und eine schrittweise Demokratisierung und Liberalisierung. Aktuell steht ein großer Schritt nach vorn an. Bei den Parlamentswahlen am 8. November hat die Oppositionspartei NLD unter der Führung von Aung San Suu Kyi einen haushohen Sieg eingefahren. Zum jetzigen Zeitpunkt steht das Ergebnis noch nicht fest. Aber nach ersten Auszählungen sieht es nach einem klaren Sieg aus. Einer unserer Titel (Yoma) wurde an der Börse an den letzten Tagen schon mit Kursprüngen von 12 Prozent belohnt.

Sobald stabile Rahmenbedingungen geschaffen sind,  wird auch ausländisches Kapital nach Myanmar fließen. Das Wirschaftswachstum wird vom Internationalen Währungsfonds IWF für dieses Jahr auf 8,5 Prozent geschätzt, wobei das jährliche Pro-Kopf Einkommen des 52-Millionen-Einwohner-Staates nur bei geschätzten 1.270 US-Dollar liegt.

Der Magna New Frontiers Funds ist seit über drei Jahren in Myanmar über das in Singapur gelistetes Konglomerat Yoma engagiert, welches gerade die erste Kentucky-Fried-Chicken-Filiale in Yangon eröffnet hat. Weitere Investitionen dürften folgen, sobald Ausländer an der lokalen Börse partizipieren dürfen.
 

Chauk Htat Gyi Buddha-Tempel, Yangon/Myanmar
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