P&R-Skandal Insolvenzverwalter meldet erste Erfolge

Container in Antwerpen, Belgien. | © Olafpictures / Pixabay

Container in Antwerpen, Belgien. Foto: Olafpictures / Pixabay

Am 23. Mai fand die erste Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren über das Privatvermögen des P&R-Gründers Heinz Roth statt. Dabei wurde auch der vom Amtsgericht München bestellte Insolvenzverwalter Miguel Grosser, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Jaffé, einstimmig bestätigt.  Wie die Münchner Kanzlei meldet, haben sich im Zuge des Skandals um die Pleite des Container-Vermittlers P&R bislang rund 1.500 Gläubiger Forderungen angemeldet, von denen rund 50 zur Gläubigerversammlung erschienen. Insgesamt belaufen sich die angemeldeten und bei der Gläubigerversammlung stimmberechtigten Forderungen auf rund eine Milliarde Euro.

Auf der Versammlung berichtete Grosser nach Angaben der Kanzlei über erste Erfolge bei der Sicherstellung von Vermögenswerten des P&R-Gründers Roth. So sei es unter anderem gelungen, eine vor der Insolvenz angemeldete Schenkung von wertvollen Grundstücken an nahestehende Personen erfolgreich anzufechten und nach Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens eine Rückübertragung durchzusetzen. Derzeit bilden Immobilien in Grünwald bei München, in Österreich sowie auf der Karibikinsel St. Barth nach derzeitigen Erkenntnissen der Kanzlei den wesentlichen Teil des Vermögens. Die Gläubigerversammlung ermächtigte Grosser zur Verwertung der Objekte.

Die Aussichten auf eine anteilige Befriedigung der Insolvenzforderungen der Gläubiger hätten sich durch diesen Erfolg zwar verbessert, es sei jedoch weiterhin allenfalls eine marginale Quote zu erwarten, heißt es von Jaffé Rechtsanwälte. Nach der ersten Bestandsaufnahme stünden den Vermögenswerten Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro gegenüber. Der Großteil davon beruhe auf Forderungen der Insolvenzverwalter der insolventen P&R Containervermittlungsgesellschaften gegen deren Gründer und langjährigen Geschäftsführer. Die Dauer des Verfahrens lasse sich noch nicht prognostizieren, nach Angaben der Kanzlei ist mit mehreren Jahren zu rechnen.