Pramerica liquidiert TMW Immobilien Weltfonds

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"Nach umfassender Prüfung aller Möglichkeiten der Liquiditätsbeschaffung sowie eingehenden Gesprächen, insbesondere auch mit den größten Anteilinhabern des Offenen Immobilienfonds „TMW Immobilien Weltfonds“, sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass eine nachhaltige Öffnung des Fonds zum Ablauf der zweijährigen Aussetzung am 8. Februar 2012 nicht gewährleistet ist", so die Fondsgesellschaft in einer heute veröffentlichten Broschüre.

Für so manchen Beobachter mag der Zeitpunkt der Entscheidung überraschend kommen, liefe die zweijährige Sperrfrist des Immobilienfonds doch erst im Februar 2012 ab. Für den Fall einer Wiedereröffnung rechnet die Fondsgesellschaft jedoch bereits heute mit der Rückgabe von Anteilsscheinen in Höhe von über 300 Millionen Euro; dies entspricht über 43 Prozent des derzeitigen Fondsvolumens von 730 Millionen. 

"Allein diese bereits heute bekannten Rückgabewünsche würden - selbst wenn ausreichend liquide Mittel rechtzeitig beschafft werden könnten - das Fondsvolumen soweit schrumpfen lassen, dass wir für die bleibewilligen Anleger aus unserer Sicht kein der ursprünglichen Anlagephilosophie gerecht werdendes Restportfolio aufrecht erhalten können", schildert die Fondsgesellschaft den wesentlichen Grund zur Abwicklung ihres Immobilienfonds.

Seit der ersten Aussetzung des Fonds im Oktober 2008 wurden bereits vier Immobilien im Wert von rund 229 Millionen Euro verkauft. Nun soll auch der restliche Bestand "zügig" und "zu bestmöglichen Preisen" abgestoßen werden – dies soll spätestens bis zum 31. Mai 2014 geschehen. Die daraus erzielten  Erlöse sollen halbjährlich an die Anleger ausbezahlt werden, zum ersten Mal im Januar 2012. Damit ist der TMW Immobilien Weltfonds der vierte offene, zwischenzeitlich geschlossene Immobilienfonds, der aufgelöst wird. Zuerst ereilte dieses Schicksal den Kanam US-Grundinvest im September vergangenen Jahres. Kurz danach, im Oktober 2010, folgten der Degi Europa und der Morgan Stanley P2 Value.

Gut möglich, dass sich in den kommenden Wochen weitere Immobilienfondsgesellschaften für eine Abwicklung ihrer zurzeit eingefrorenen Fondsvermögen entscheiden. Nach einer kürzlich veröffentlichten Scope-Studie sieht es vor allem problematisch aus für den Degi International (hohe Kreditquote von 41,6 Prozent und niedrigste Qualitätseinstufung in der Gesamtbewertung), den Degi Global Business und den AXA Immoselect (10,9 Prozent Leerstandsquote).

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