Praxis-Wissen: Was Short-ETFs können – und was nicht

Für Leute mit fester Meinung ist das in Ordnung und eine praktische Technik, um einen Abwärtstrend auszunutzen. Wer allerdings ein bestehendes Depot lediglich absichern will, liegt hier falsch. Denn: Zum Absichern eignen sich nur Short-Anlagen mit Hebel. Es muss dem Anleger möglich sein, mit wenig zusätzlichem Einsatz das gesamte Depot zu sichern. Mit einem einfachen Short-ETF ist das nicht möglich.

Um beispielsweise ein Portfolio aus 100.000 Euro mit einem ungehebelten Short-ETF komplett zu neutralisieren, sind weitere 100.000 Euro nötig. Sollten dann die Kurse einbrechen, passiert dem Depot nichts. Es steigt aber auch nicht, falls der Anleger falsch liegt. Das Depot komplett zu verkaufen und auf ein Tagesgeldkonto umzuschichten, wäre besser. Es wäre dann ebenfalls komplett gesichert und brächte – wenn derzeit auch nur minimale – Zinsen. Kommt dagegen ein kräftig gehebeltes Werkzeug zum Einsatz, bindet die Sicherung vielleicht 5.000 Euro. Fällt der Markt, liegt der Anleger richtig und verliert maximal die 5 Prozent Versicherungsprämie. Liegt er falsch, kann er trotzdem noch gewinnen. Denn falls das Hauptdepot um mehr als 5 Prozent steigt, bleibt der Überschuss als Gewinn.

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