Beratungsgespräch: Minizinsen erschweren die Altersvorsorge | © imago images / Westend61 Foto: imago images / Westend61

Praxisbeispiel vom Finanzplaner

Wie sich trotz Niedrigzinsen das schöne Leben im Ruhestand genießen lässt

In meinem Praxisfall hat der praktizierende Arzt Helmut Hilfreich, 65 Jahre, bereits einen Nachfolger gefunden. Aus dem Verkauf seiner Urologie-Praxis bleiben ihm nach Steuern 500.000 Euro, die nun seine Altersvorsorge ergänzen sollen. Bei der Analyse des Finanzbedarfs unterscheide ich gerne in Pflicht und Kür. Die Pflicht besteht in seinem Fall aus den Nebenkosten für das schuldenfreie Eigenheim, Lebenshaltungskosten sowie Beiträgen für die Krankenversicherung.

Mitja Ganz
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Diese Pflicht-Ausgaben von 3.000 Euro monatlich kann Herr Hilfreich mit der Rente des ärztlichen Versorgungswerk sowie einer Rürup-Rente abdecken. Auf Jahressicht umfasst dieses Standbein also 36.000 Euro.

Ruhestandsplanung besteht aus Pflicht und Kür

Die Kür hingegen fasst alle Ausgaben zusammen, die für das gute Leben im Ruhestand sorgen. Hierunter fallen beispielsweise aufwändigere Reisen, größere Anschaffungen oder Geschenke an die Familie zu besonderen Anlässen. 2.500 Euro möchte mein Kunde hierfür monatlich zur Verfügung haben. Im Jahr kommen so 30.000 Euro zusammen. Für die Finanzierung dieser Kür soll der Praxiserlös von 500.000 Euro eingesetzt werden.

Liegt diese Summe nur unter dem Kopfkissen – bringt also eine Null-Rendite ein – finanziert das Geld die beschriebene Kür für 16 Jahre und acht Monate. Wie kann diese Zeit dank einer Geldanlage mit dem optimalen Risiko-Chance-Verhältnis verlängert werden? Dafür arbeiten wir gemeinsam das Sicherheitsempfinden zu möglichen Schwankungen sorgfältig heraus.

Lehrbuchlösung scheitert an der Zins-Realität

Bei einem schuldenfreien Haus und abgesicherten Basiskosten versetzen zwischenzeitliche Verluste von bis zu 75.000 Euro meinen Kunden noch nicht in Stress. Aus dieser Schwankungsreserve von 15 Prozent auf den Gesamtbetrag sollte sich laut Lehrbuch ein Renditepotenzial von vier Prozent heben lassen. Die Finanzierung der Kür würde sich auf diese Weise von knapp 17 auf 27 Jahre verlängern.

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