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Christin Jahns (Content Team)Lesedauer: 7 Minuten
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Carmignac Summerlounge und Investmentkonferenz Preisschwankungen zum günstigen Einkauf nutzen

Louis Vuitton Store in New York
Louis Vuitton Store in New York: Auch europäische Unternehmen wie der französische Luxusgüterhersteller LVMH bieten angesichts der aktuellen konjunkturellen Lage Chancen für Anleger. | Foto: IMAGO / Levine-Roberts
Gergely Majoros, Carmignac

Boomende Konjunktur in den USA, Nachholeffekte in Europa, Wachstumsverlangsamung in China: „2021 ist kein leichtes Jahr für Anleger – bietet aber gerade aktiven Investoren auch viele Möglichkeiten“, sagt Gergely Majoros, Mitglied des Investmentkomitees von Carmignac. Welche das sind, erklärte er im Rahmen der Carmignac Summerlounge in München – und zwar endlich wieder vor „echtem“ Publikum: Die Investmentkonferenz war das erste Präsenzevent der Carmignac-Teams aus Frankfurt und Paris nach einer langen coronabedingten Pause. Und man merkte den Teilnehmern förmlich an, wie sehr ihnen der persönliche Austausch gefehlt hatte. Dank eines ausgeklügelten Hygienekonzepts inklusive Corona-Test-Station musste sich keiner der Gäste Sorgen um seine Gesundheit machen – entsprechend gut war die Stimmung. Neben dem persönlichen Austausch erhofften sich die Teilnehmer aber natürlich auch Impulse für ihre Investmentstrategie – und wurden von Majoros und seinen Kollegen nicht enttäuscht.  

„Anfang des Jahres waren wir überzeugt, dass die Renditen gerade in den USA steigen werden und müssen. Deshalb hatten wir Verkaufspositionen auf US-Anleihen, um die Portfolios zu schützen. Ein paar Wochen später haben wir diese Verkaufspositionen nach Europa umgelagert, da wir mit einem Nachholeffekt rechneten. Die Rechnung ging auf; diese Flexibilität hat uns in den vergangenen Monaten sehr geholfen“, erläuterte Majoros bei seiner Eröffnungsrede und machte deutlich, dass Anleihen auch im Niedrigzinsumfeld alles andere als langweilig sind und durchaus zum Anlageerfolg beitragen können.

Daneben beleuchtete Majoros die globale konjunkturelle Erholung, die in den verschiedenen Regionen der Welt extrem heterogen abläuft, wobei sowohl strukturelle als auch zeitliche Unterschiede zu beobachten sind.

Quelle: Carmignac, Bloomberg (Stand: Juni 2021)

Die chinesische Volkswirtschaft beispielsweise ist schon im vergangenen Jahr aus der Krise gekommen. „Die Wachstumsentwicklungen in den vergangenen Quartalen waren gut“, berichtet Majoros dem Publikum. „Aber das Reich der Mitte geht allmählich in die Verlangsamungsphase über. Das heißt, die Wachstumszahlen sind immer noch ansehnlich, die Dynamik ist jedoch lange nicht mehr so hoch wie man es aus manchen anderen Quartalen gewohnt ist.“ Das hänge auch damit zusammen, dass die chinesische Regierung versucht, die Verschuldung einzudämmen, was negative Auswirkungen auf die Wachstumsaussichten hat. Majoros machte aber auch deutlich, dass es für Investoren kaum noch möglich sei, das Reich der Mitte zu ignorieren.

USA droht Überhitzung – Europa als Alternative

In den USA hingegen läuft die Wirtschaft dank der Impfkampagne und der beispiellosen fiskal- und geldpolitischen Unterstützung weiter auf Hochtouren. „Da kommen noch tausende Milliarden US-Dollar an Unterstützung. Das heißt, die US-Wirtschaft wird unserer Meinung nach in den nächsten Quartalen über Potenzial wachsen“, blickt Majoros voraus. „Das passiert selten und wird nicht ewig andauern. Aber das starke Momentum wird dazu führen, dass die amerikanische Wirtschaft weiterhin wächst und die Produktionslücke geschlossen wird.“

Auch Europa hole sehr gut auf und biete in den kommenden Monaten viele Chancen. Fonds wie der Carmignac Portfolio Patrimoine Europe sind aus Sicht von Frank Rüttenauer, Head of Retail Business Development für Deutschland und Österreich beim französischen Asset Manager, deshalb eine gute Option für Anleger, die ihre Portfolios diversifizieren wollen: „Bei vielen globalen Multi-Asset- oder Aktienfonds sind Amazon, Microsoft und Apple unter den Top-Positionen. Europa bietet hier Diversifikation und hat in den Kernbereichen Gesundheit, Technologie, Konsum, Luxusgüter, Industrie und Klimawandel einige interessante Unternehmen zu bieten“, erklärt Rüttenauer bei seiner Vorstellung des kleinen leistungsstarken Bruders des Carmignac Patrimoine.

Ein weiterer Vorteil des europäischen Patrimoines sei die deutlich geringere Fremdwährungskomponente. „In einem globalen Portfolio kommt auch durch das Auf und Ab der Währungen viel Volatilität rein, das wird häufig unterschätzt“, beobachtet Rüttenauer. Beim Carmignac Portfolio Patrimoine Europe machen außereuropäische Währungen maximal 20 Prozent aus, weshalb der Fonds auch für risikoaversere Anleger geeignet ist.

Inflation und Verlangsamung?

Als größtes Risiko für die Kapitalmärkte sehen viele Marktteilnehmer aktuell die steigenden Inflationsraten. Aus Sicht von Majoros ist dieser Trend jedoch vor allem kurzfristiger Natur. Einzig in den USA sprächen die steigenden Immobilienpreise und Mieten und der starke Arbeitsmarkt für einen länger anhaltenden Inflationsdruck. Fed-Chef Jerome Powell hat allerdings bereits signalisiert, dass die Zentralbank die richtigen Mittel habe, um eine solche Entwicklung gegebenenfalls zu unterbinden. Hinzu komme, dass die fiskalische Unterstützung vermutlich weniger hoch ausfallen werde als geplant, da US-Präsident Joe Biden zur Verabschiedung der Maßnahmen auf die Republikaner angewiesen ist – bei, denen die Skepsis überwiegt. „Die Botschaft für uns ist also, dass die Zentralbank in den USA immer noch viel auf den Weg bringen wird, aber vielleicht weniger als man hätte denken können“, kommentiert Majoros.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wann geht’s rüber in die nächste Phase der Verlangsamung? „Unserer Meinung nach ist der Übergang bereits erreicht“, gibt Majoros den Besuchern der Summerlounge mit auf den Weg. „Das bedeutet immer noch Wachstum, immer noch Inflation, aber das Momentum lässt nach.“

Quelle: Carmignac, Bloomberg (Stand: Juli 2021)

„Für die Anleihemärkte bedeutet das, dass die Renditen unter Druck geraten. Auf der Aktienseite müssen Wachstumswerte jetzt wieder in den Fokus rücken, weil sie in der Verlangsamungsphase im Vergleich zu Zyklikern und Value-Aktien besser performen“, erklärt Majoros. Interessant sind seiner Ansicht nach dabei vor allem die Sektoren Technologie, Gesundheit und Konsum, wo die Experten von Carmignac besonders in China viele interessante Entwicklungen sehen. Dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in den vergangenen Wochen vor allem aufgrund des harten regulatorischen Durchgreifens Schlagzeilen machte, ist aus Sicht von Majoros kein Problem: „Die Chinesen wollen vor allem vermeiden, dass Großkonzerne wie Alibaba den gesamten Internethandel monopolisieren. Als aktive Investoren investieren wir allerdings kaum in Unternehmen wie Alibaba oder Tencent, sondern eher in die zweite Reihe.“ Und für diese Unternehmen biete der Konflikt um die Vorherrschaft im Technologiebereich durchaus Chancen. „Wir finden diese Volatilität natürlich nicht toll, aber wir haben diese Unternehmen in den Fonds, weil wir glauben, dass sie mittelfristig sehr gut laufen werden.“

Dieser Ansicht waren auch viele der Summerlounge-Besucher: Die Themen Emerging Markets und China stießen auf reges Interesse, was sich in zahlreichen Diskussionen zwischen den Teilnehmern äußerte. Das Event sollte ohnehin keine Einbahnstraße sein. Neben Einblicken in das aktuelle Marktgeschehen gab es Impulse von Nils Hemmer, Geschäftsführer von Carmignac Deutschland, und aktuelle Neuigkeiten zum Thema ESG von Maxime Carmignac, Managing Director der britischen Niederlassung von Carmignac, sowie zahlreiche interaktive Workshops.

Patrimoine: Aktien runter, Liquidität rauf

Einer der Workshops drehte sich um den Flaggschiff-Fonds Carmignac Patrimoine, bei dem die konjunkturabhängigen Titel in den vergangenen Wochen stark abgebaut wurden. Der Aktienanteil insgesamt wurde von 45 Prozent Ende Juni auf aktuell 35 Prozent zurückgefahren. „Längerfristig sehen wir zwar sehr viel Attraktivität im Bereich Aktien, kurzfristig ist der Markt aus unserer Sicht aber überkauft“, erklärt Majoros. „Deshalb haben wir die Liquidität auf über 20 Prozent hochgefahren, da wir bei erhöhten Schwankungen die Chance nutzen wollen, günstig einzukaufen.“

Im Bereich Anleihen wollen die Experten von Carmignac Durationsrisiken in den USA kurzfristig vermeiden. Attraktive Möglichkeiten gibt es aus Sicht von Majoros dagegen bei Unternehmens- oder Emerging Market-Anleihen, wo es besonders bei Themen wie Tourismus oder Rohstoffen gute Emittenten gäbe, die interessante Coupons zahlen. „Daran wollen wir natürlich teilhaben.“ Auf diese Weise wollen die Experten von Carmignac dafür sorgen, dass es auch in Zukunft weiter aufwärts geht, damit auch die Teilnehmer der kommenden Summerlounge wieder allen Grund zur Freude haben.

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