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Frau vor Windkraftanlagen: Neben Umweltfragen „bedarf es auch der Berücksichtigung ethischer und sozialer Kriterien, der Mitarbeiterbelange und guter Governance, um einen wirklich nachhaltigen Ansatz zu schaffen“, sagt Prismalife-Chef Holger Beitz. | © Richard Dacker Foto: Richard Dacker

Prismalife-Chef Holger Beitz

„Nachhaltigkeit geht auch per Lebensversicherung“

Holger Beitz, Prismalife

„Eine nachhaltige Altersvorsorge ist mit den bisherigen Produkten der Lebensversicherer nicht möglich“, meint Karl Michael Ortmann in einem Beitrag auf DASINVESTMENT.com vom 23. März und kommt nach eigenen Angaben zu einem „vernichtenden Ergebnis“ seiner Marktuntersuchung. BdV-Chef Axel Kleinlein assistiert: „Nur wenn die gesamte Kapitalanlage bis zum letzten Cent nachhaltig ist, dann kann von einer nachhaltigen Riester- oder Rürup-Rente gesprochen werden.“

Ja, wäre die Welt doch vollkommen! Wer mit diesem Anspruch an Veränderungen und Ziele herangeht, der wird wohl scheitern – oder erst gar nicht loslaufen.

Doch! Nachhaltigkeit geht!

Unser Unternehmen hat zum Jahresende 2018 seine komplette Kapitalanlage unter Nachhaltigkeitsaspekten neu aufgestellt. Damit wurde ein Nachhaltigkeits-Score auf Basis der Benchmarks der Ratingagentur Sustainalytics von mehr als 75 Prozent erreicht. Natürlich sind das keine 100 Prozent, es ist also nicht „vollkommen“ – aber die Umstellung ist der richtige Schritt.

Warum? Dafür sind einige Anmerkungen nötig:

    1. Auch nachhaltige Produkte und nachhaltige Kapitalanlage müssen die regulatorischen Anforderungen erfüllen. Das bedeutet unter anderem, dass die Unterlegung der Anlagen mit Eigenkapital eingehalten werden muss. Hier zeigen sich Zielkonflikte und damit auch Grenzen in der Anlagefreiheit, die es schrittweise zu erweitern gilt.
    2. Nachhaltigkeit besteht aus mehr als Umweltfragen. Die von DASINVESTMENT.com angeführte Taxonomie der EU führt aber ausschließlich Umweltkriterien aus: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung und Recycling, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung und Schutz gesunder Ökosysteme. Nach unserer Ansicht bedarf es aber auch der Berücksichtigung ethischer und sozialer Kriterien, der Mitarbeiterbelange und guter Governance, um einen wirklich nachhaltigen Ansatz zu schaffen.
    3. Die Komplexität der Nachhaltigkeitsthemen führt zu der Frage, wie verschiedene Nachhaltigkeitsziele zu gewichten sind. Was muss zuerst weg: Atomstrom oder Kohlestrom? Oder erst die Waffen abschaffen? Auch bei der Polizei? Von religiös begründeten Kriterien einer nachhaltigen Wirtschaft wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst sprechen.

„Nur wer sich auf den Weg macht, kann auch ankommen“
frei nach Hugo von Hofmannsthal

Jedes Unternehmen, jeder Verbraucher muss sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und für sich Ziele definieren. Wir haben diese Aufgabe als wesentlichen Bestandteil in unserer Unternehmensstrategie verankert. Unter Wesentlichkeitsaspekten ist dabei die Kapitalanlage der größte Hebel, den wir bewegen können.

Bei der Umschichtung der Anlagen innerhalb des Deckungsstocks haben wir deshalb die Kapitalanlagen neben den klassischen Anlagekriterien zusätzlich nach ESG-Kriterien selektiert. Die Umsetzung der ESG-Kriterien erfolgte innerhalb der Anlagen von Unternehmensanleihen und Aktien. Dabei wird auch der Themenkomplex Socially Responsible Investing, also für die Gesellschaft verantwortungsbewusste Anlagen, berücksichtigt. Die Kriterien orientieren sich an den UN PRI (UN Principles for Responsible Investment).

Über Negativfilter werden Unternehmen ausgeschlossen, deren Hauptaktivitäten in den Bereichen Alkohol, Waffen, Glücksspiel, Atomkraft, Tabak, und Gentechnik liegen. Zusätzlich wird beispielsweise die Intensität der CO₂-Emissionen in die Investmententscheidung innerhalb des Aktienportfolios einbezogen. Unser Ziel ist es, ohne Nachteile für Rendite, Sicherheit und Liquidität einen möglichst hohen ESG-Standard zu erreichen.

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