In die Berkshire Hathaways und Warren Buffetts der Welt investieren – so lautet die Devise einer Fondsstrategie, welche seit 2019 im AFB Global Equity Select umgesetzt wird. Was machen Beteiligungsunternehmen aus? Was verbirgt sich konkret dahinter? Und lohnt sich das? Diesen Fragen sind wir nachgegangen.

Die meisten Anleger dürften Warren Buffett – auch als das Orakel von Omaha betitelt – und seine Berkshire-Hathaway-Aktie kennen. In den 50er-Jahren aus einer Fusion zweier Textilfirmen entstanden, hat Berkshire Hathaway unter Buffett nach und nach damit begonnen, sich an anderen Unternehmen zu beteiligen. In den 80er-Jahren stieß der 2023 verstorbene Charles (Charlie) Munger dazu, und das kongeniale Duo hievte die Aktie beziehungsweise das Unternehmen auf neue Ebenen; die beiden wurden mit ihrer Beteiligungsgesellschaft so zu den einflussreichsten und größten Investoren der Welt.

Mit einem Value-Ansatz und akribischer fundamentaler Analyse sucht man die Titel aus. Aktuell ist man in Unternehmen wie beispielsweise Apple, American Express, Merrill Lynch, Coca-Cola, Chevron und Moody’s investiert und überzeugt seit vielen Jahren durch vorausschauendes Management und gute Ideen. Dazu kommen die mittlerweile über 50 operativen Einheiten (wholly owned operations). Der interessierte Anleger stellt sich berechtigterweise die Frage: Gibt es nicht noch andere solche Titel, die mit Berkshire Hathaway vergleichbar sind?

Der Macher

Genau dieser Frage ist der Senior Portfoliomanager Gunter Burgbacher im Jahr 2017 nachgegangen. Er hatte 2003 sein Hobby zum Beruf gemacht und beschäftigt sich bereits seit über 25 Jahren mit dem Thema börsennotierte Beteiligungsgesellschaften. Burgbacher ist Financial Consultant, Managing Director und Investmentbeauftragter bei der VVO Haberger, einem Unternehmen der familiengeführten Haberger Gruppe.

In der 2012 gegründeten Haberger Asset Management wird das über die Jahrzehnte aufgebaute Know-how gebündelt, um flexibel auf alle Belange von Investoren reagieren zu können. Mit über 100 Millionen Euro an Assets ist die Haberger Asset Management eine seit 2012 etablierte Fondsboutique im deutschen Markt.

Die Idee

Als großer Fan von Berkshire Hathaway war sein erfolgreichstes Aktieninvestment eine Beteiligungsgesellschaft, sodass er sich auf die Suche nach einem Fonds machte, der eben nur in solche Beteiligungsaktien investiert. Da seine Suche erfolglos blieb, hat er eigene Recherche betrieben und festgestellt, dass ein gleichgewichtetes Portfolio mit 25 bis 40 Titel aus diesem Segment in der Vergangenheit sehr gute Ergebnisse erzielt hätte. So wurde die Idee für einen eigenen Fonds geboren, welcher dann Anfang 2019 (I-Tranche) beziehungsweise im Mai 2019 (R-Tranche) aufgelegt wurde. Das AFB im Namen des Fonds steht im Übrigen für „Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen“, was die Fondsidee unterstreicht.

 

Die Strategie

Der Fonds investiert in Aktien von Beteiligungsgesellschaften, diversifizierten Holdinggesellschaften und Mischkonzernen. Das Management dieser Unternehmen wiederum investiert, um weiter Marktanteile zu gewinnen, auch oder ausschließlich in andere Unternehmen in Form von Investmentbeteiligungen und/oder Akquisitionen, dazu kommen meistens noch operative Einheiten.

Burgbacher investiert also mit operativen Investmentprofis und profitiert von deren spezifischen Kenntnissen zu den Branchen, Investments und Akquisitionen, in die investiert wird, ihrem Know-how und ihren Strategien. Der wesentliche Unterschied zu klassischen Fondsmanagern besteht zum Beispiel im unternehmerischen Ansatz durch zum Teil aktive Einflussnahme auf die Unternehmenspolitik. Das Resultat: diversifizierte Unternehmensökosysteme, die als Ganzes schwerer wiegen als deren bloße Einzelteile.

Das Anlageuniversum

Zur Auswahl steht dem Fondsmanagement ein Ausschnitt aus dem globalen Aktienuniversum von rund 500 Aktien, die in den drei genannten Sparten zu finden sind. Für eine Aufnahme in das Fondsuniversum muss signifikantes Wachstumspotenzial durch ein Unternehmensökosystem vorliegen. Hierzu erfolgt eine Strukturanalyse von ebendiesem.

Die Voraussetzungen, um in das Fondsuniversum aufgenommen zu werden, sind ein klares und nachhaltiges Geschäftsmodell sowie ein attraktives Portfolio mit mindestens fünf Beteiligungen in Form von Investments oder Akquisitionen. Des Weiteren muss aus Gründen der Marktliquidität mindestens eine Marktkapitalisierung mehr als 50 Millionen Euro vorliegen. Somit landen circa 350 Aktien in der Watchlist, die laufend angepasst wird. Auf der engeren Auswahl nach erfolgter ESG-Analyse verbleiben circa 160 dieser Aktien, einschließlich der Aktien im AFB (25 bis 40).

Auswahl der Einzeltitel

Der Investmentansatz ist bottom-up-getrieben. Das Management investiert mit einer unternehmerischen Sichtweise in Aktien von substanzstarken Beteiligungsunternehmen, die beständig wachsen, langfristig profitabel sind und über ein über alle Konjunkturzyklen hinweg robustes Geschäftsmodell verfügen.

Sie weisen einen hohen operativen Cash-Flow, stetiges Cash-Flow-Wachstum und eine hohe Free-Cash-Flow-Marge auf. Sie zeichnen sich durch eine hohe Kapitaleffizienz, eine starke Bilanz sowie eine solide Cash-Position für antizyklische Investments aus. Neben den bilanziellen Unternehmenskennzahlen sind der Investmentfokus und die Investmentstrategie elementare Kriterien.

 

Maßgebend für eine Investmententscheidung sind insbesondere das Beteiligungsportfolio (Investments und Akquisitionen, auch der Tochtergesellschaften), die operativen Einheiten (sofern vorhanden) und die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells, das auch maßgeblich von der Managementleistung der Unternehmensführung abhängig ist.

Nur bei den Private-Equity-Beteiligungsunternehmen im AFB Global Equity Select ist das nicht der Fall – bei diesen gibt es in der Regel keinen planbaren laufenden operativen Cashflow und ihre Cash-Position ist unter anderem vom Timing der Exits der Investments abhängig. Ihre Gewichtung ist daher auf maximal 20 Prozent des Fondsvolumens begrenzt; in der Regel liegt die Quote unter 10 Prozent.

Insgesamt stehen zwölf gleichwertige Investmentstrategien im Bereich der börsennotierten Beteiligungsunternehmen zur Verfügung. Neben den erwähnten Kriterien sind auch die Dauer des Bestehens der Unternehmen sowie deren Beständigkeit beziehungsweise Anpassungsfähigkeit in einer sich ständig verändernden Welt mit wechselnden Trends und Megatrends gefragt.

Die zwölf Strategien

Bei den unterschiedlichen verfolgten Strategien der Unternehmen mit ihren bestehenden Investments oder geplanten Akquisitionen unterscheidet das Management zwischen den drei primären Strategien:

Buy and Hold (langfristig halten), Buy and Build (entwickeln und in den Konzern integrieren), Buy and Sell (kaufen, um später wieder zu verkaufen) sowie den weiteren Strategien wie Sondersituationen (Spin-Offs, IPOs), Value Investing (fundamentale Unternehmensanalyse, Kauf mit entsprechendem Wertabschlag als Sicherheitsmarge), Wachstumsorientierung (aggressives Investieren, Wachstumsfinanzierung), Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligung, Listed Private Equity, Business Development Companies, Royality and Streaming sowie REITs. In der Regel ist man in acht bis zwölf der genannten Strategien investiert. Seit Auflage des Fonds dominiert der Bereich Buy and Build mit circa 30 Prozent des Portfolios.

 

Portfolioaufbau

Die Aktien der Unternehmen sind den drei Sparten Beteiligungsgesellschaften, diversifizierte Holdinggesellschaften und Mischkonzerne zugeordnet. Des Weiteren werden Investmentfokus und Investmentstrategie des Unternehmens zugeordnet.

Zunächst werden die breit diversifizierten Beteiligungsunternehmen im AFB allokiert und in der Folge ergänzt um eher branchenfokussierte Beteiligungsunternehmen. Dabei achtet das Management auf einen ausgewogenen Mix von acht bis zwölf der zur Verfügung stehenden zwölf Investmentstrategien der Beteiligungsunternehmen im AFB.

Die Auswahl der den Investmentstrategien zugordneten Unternehmen erfolgt anhand der Geschäftsmodelle. Im Rahmen der Investitionsentscheidungen werden zusätzlich ESG-Faktoren berücksichtigt, wie zum Beispiel sogenannte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren („PAI“) und das ESG-Rating von MSCI. Zusätzlich steht auch ein Trendstärke-Indikator für ergänzende Opportunitäten zur Verfügung. Die den Investmentstrategien zugeordneten Aktien werden annähernd gleichgewichtet. Diese Gleichgewichtung erfolgt anhand der laufenden Mittelflüsse, es ist kein Algorithmus hierfür hinterlegt. Eine Begrenzung hinsichtlich der Sektorengewichtung oder regionalen Aufteilung besteht nicht.

In der Regel ist man zu rund 97 Prozent investiert, es wird immer eine kleine Cash-Position von 1,5 bis 3,5  Prozent gehalten, um kurzfristig agieren zu können. Es können bis maximal 1 Prozent des Fondsvolumens pro Jahr zu Absicherungszwecken verwendet werden. Die Titel werden in der Regel an der Heimatbörse gekauft, eine systematische Währungsabsicherung erfolgt dabei nicht. Daher ist der Fonds seitens der Währungen immer über circa acht verschiedene Währungen diversifiziert. Da der Fonds in seiner Ausgestaltung ein Unikat ist, gibt es keinen vergleichbaren Index.

Die Ergebnisse

  • Auflegung: 22.05.2019
  • Ertragsverwendung: ausschüttend
  • Fondsgesellschaft: Hansainvest
  • ISIN: DE000A2PE006
  • Performance YTD: -12,03%
  • Performance 1 Jahr: -1,35%
  • Performance 3 Jahre: -0,40%
  • Performance 5 Jahre: 56,58%
  • Performance 10 Jahre: -
  • Volatilität 5 Jahre: 15,13%
  • Volumen in Mio. EUR: 38
  • Währung: EUR

 

„Bei uns gilt daher Alles Anders Als Alle Anderen.“ Was hinter dieser Aussage steckt, ist in der angeführten Grafik anschaulich dargestellt. Dies zeigt nochmals, dass der AFB nichts mit einer Indexanlage zu tun hat und weit ab von dieser investiert.