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Besser als andere Branchen- und Länderindizes Private-Equity-Firmen feiern Rekordjahr an der Börse

Klarer Vorsprung
Klarer Vorsprung: LPX Major Market Index gegenüber dem MSCI World | Foto: LPX

Die Aktien von Private-Equity-Firmen haben sich 2021 bisher besser entwickelt als die Kurse anderer Branchen. So verzeichnete der LPX Major Market, ein Aktienindex mit den 25 größten börsennotierten Private-Equity-Firmen, von Jahresanfang bis zum 15. November ein Plus von 72,2 Prozent.

Sowohl die bekannten Indizes anderer Branchen als auch die Indizes der wesentlichen Anlageregionen blieben hinter dem LPX Major Market zurück. Gegenüber dem breiten Aktienmarkt, gemessen am Industrieländerindex MSCI World, liegt der Vorsprung von Listed Private Equity seit Jahresbeginn bei 41,3 Prozentpunkten, wie das Researchhaus LPX mitteilt, das den LPX Major Market Index berechnet.


„Private Equity hat ein Rekordjahr hinter sich. Die Aktienkurse der Finanzinvestoren legen ein eindrucksvolles Zeugnis davon ab“, sagt LPX-Geschäftsführer Michel Degosciu. Nie zuvor habe der Index höher gestanden, nie zuvor habe er im Verlauf eines Jahres eine so starke Wertentwicklung gezeigt.

Degosciu sieht den Grund für die außerordentliche Rendite darin, dass viele Finanzinvestoren ihre verfügbaren Mittel zum Höhepunkt der Covid-19-Pandemie klug eingesetzt und günstige Kaufgelegenheiten genutzt hätten. Auch bei den Ausstiegen hätten viele dann gute Zeitpunkte erwischt: „Als die Kaufpreise kurzzeitig einen Dämpfer bekamen, hat Private Equity die Gunst der Stunde für Zukäufe genutzt. Und als dann die Erholung an Fahrt gewann, haben die Investoren bei IPOs und Verkäufen an Strategen Kasse gemacht“, erläutert Degosciu.

Auch nach den immensen Kursgewinnen werde die Luft nicht unbedingt dünn, meint der LPX-Geschäftsführer. Das Umfeld bleibe gut und die Börsenbewertungen der Finanzinvestoren seien längst nicht ausgereizt. Degosciu verweist auf das Verhältnis zwischen Aktienkursen der Private-Equity-Firmen und den Bewertungen der Portfolio-Unternehmen: Kurz vor der Finanzkrise notierten die Firmen im Index mit einer Prämie von rund 20 Prozent gegenüber dem inneren Wert der Beteiligungen – im Augenblick notierten die Firmen gegenüber dem Portfoliowert sogar mit einem kleinen Abschlag in Höhe von 1 Prozent.

Deshalb ist Degosciu für 2022 zwar optimistisch, er bremst aber die Erwartungen: „Die Wertentwicklung von 2021 wird sich im nächsten Jahr kaum wiederholen lassen. Aber 10 bis 15 Prozent Rendite pro Jahr sind mit Listed Private Equity im langfristigen Durchschnitt realistisch.“

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