Private Equity hat sich von einer opportunistischen Allokation zu einem wichtigen Portfoliobaustein entwickelt – geschätzt für beständige Outperformance, Diversifizierung und Zugang zu einem breiten Universum privater Unternehmen. Dennoch halten sich hartnäckige Mythen, die die Wahrnehmung von Risiko und Rendite beeinflussen. Die nachstehende Analyse nutzt Preqin-Daten, um vier zentrale Mythen evidenzbasiert zu entkräften.

Mythos 1: Die Performance folgt dem Börsentrend

Die Fakten: Private Equity übertrifft börsennotierte Indizes konstant. Die Direct-Alpha-Methode zeigt über 17 Vintages (2006-2022, Vintages: die Jahrgänge oder Fondsstarts eines bestimmten Kalenderjahres, also der Zeitpunkt, zu dem ein Fonds Kapital von Investoren einsammelt und seine Investitionen tätigt) eine durchschnittliche Outperformance von 3 Prozent gegenüber dem MSCI World. Besonders in Krisenzeiten (2006-2008) war die Überrendite deutlich – das direkte Alpha betrug bis zu 6,9 Prozent.

Regional betrachtet: In Europa fiel die Outperformance mit 7,1 Prozent (über 10 Jahre) noch höher aus als global. Selbst gegenüber Small-Cap-Indizes wie Russell 2000 (5,1 Prozent Alpha) und Russell Microcap (6,2 Prozent Alpha) schneidet PE besser ab, was auf zusätzliche Alpha-Quellen über die Small-Cap-Prämie hinaus hindeutet.

Wichtig: PE-finanzierte Unternehmen erwiesen sich in Rezessionen als resilienter, mit besserem Zugang zu Finanzierung und stetigerem Wachstum.

Mythos 2: Börsennotierte PE-Indizes spiegeln die echte Performance

Die Fakten: Indizes börsennotierter PE-Fonds (wie S&P Listed Private Equity Index) bilden primär die Performance der General Partner ab, nicht die der zugrunde liegenden Portfoliounternehmen. Sie unterliegen täglicher Marktvolatilität und enthalten oft Manager mit diversifizierten Aktivitäten (Private Credit, Infrastruktur, Immobilien).

Korrelationsanalyse: Die Korrelation zwischen börsennotierten PE-Indizes und direkten PE-Engagements ist mit 0,64 (ex-VC) bzw. 0,47 (VC) moderat, während die Korrelation zwischen MSCI World und Listed PE Index bei 0,95 liegt. Dies unterstreicht die Diversifizierungsvorteile direkter PE-Investments.

Über 10-15 Jahre: Direkte PE-Fonds (Preqin Benchmarks) übertrafen sowohl den MSCI World als auch börsennotierte PE-Indizes deutlich – mit Ausnahme des Venture-Segments nach der Rekordbewertung 2021.

Mythos 3: General Partners geben beim Fundraising überhöhte IRRs an

Die Fakten: Die Analyse von 760 Buyout- und 380 VC-Fonds zeigt: Top-Manager (oberer Median) weisen konservative Bewertungen aus – die IRR-Unterschiede (die IRR, Internal Rate of Return, definiert, wie hoch die jährliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals war) ein Jahr vor, beim und nach dem Closing sind vernachlässigbar. Sie schützen ihren Ruf und riskieren nicht langfristige Glaubwürdigkeit für kurzfristige Fundraising-Vorteile.

Unterer Median: Fonds mit schwächerer Performance zeigen beim finalen Closing etwas höhere IRRs, besonders ausgeprägt im Venture-Bereich. Dies deutet darauf hin, dass kurzfristige Fundraising-Anreize hier stärker wirken.

Absicherungsmechanismen: Institutionelle Anleger gewichten Money Multiples und Track Records stärker als IRRs. Der Sekundärmarkt bietet zusätzliche Transparenz durch marktbasierte Transaktionen, die als externer Referenzpunkt dienen.

Mythos 4: Die Performance ist unbeständig

Die Fakten: Die Analyse zeigt moderate Performance-Beständigkeit. Platziert sich ein Vorgängerfonds im obersten Quartil, liegt die Wahrscheinlichkeit für den Nachfolgefonds bei 41 Prozent (Buyout) bzw. 36 Prozent (VC), ebenfalls im Top-Quartil zu landen.

Quartilanalyse (Buyout):

1. Quartil Vorgänger -> 41 Prozent bleiben im 1. Quartil, 28 Prozent im 2. Quartil

4. Quartil Vorgänger -> nur 26 Prozent verbleiben im untersten Quartil (Survivorship-Bias)

Quartilanalyse (Venture):

  • Ähnliches Muster mit größerer Performance-Spanne
  • Managerauswahl im VC-Bereich noch kritischer

Wissenschaftliche Erkenntnisse: Die Performance-Beständigkeit war vor 2001 höher und nimmt seitdem ab. Sekundärmärkte bieten eine praktische Ergänzung: Anleger können zu späteren, aussagekräftigeren Zeitpunkten Fondsanteile erfolgreicher Manager erwerben und so Dispersion-Risiken reduzieren.

Fazit

Die evidenzbasierte Analyse zeigt: Private Equity bietet konsistente Outperformance gegenüber Börsenindizes, direkte Engagements unterscheiden sich deutlich von börsennotierten PE-Indizes, Top-Manager agieren mit Bewertungsdisziplin, und Performance-Beständigkeit existiert – wenn auch moderat. In einem wettbewerbsorientierten Umfeld sind präzise Analysen, sorgfältige Managerauswahl und das Verständnis echter Alpha-Quellen entscheidend für erfolgreiche Private-Equity-Investments.

Quellen: BlackRock, Preqin, eFront Insight, MSCI, FTSE Russell, Stand: 31. Dezember 2024

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